Land am Rand Per Tunnel in den Todesstern

Freiburg / Nadine Vogt 25.08.2018

Es gibt Probleme, die kennen nur Studenten. Freiburger Studenten. Dass es in dieser Rubrik dem Gender-Willen nach Studierende heißen müsste, zum Beispiel. Oder, dass Bier in der ausgetrockneten Dreisam nur schwer zu kühlen ist. Und dann gibt es noch diese eine, verzwickte Beziehung. Die eigentlich so gut sein könnte. Vor drei Jahren begann die Never-Ending-Story. Die neue Universitätsbibliothek  – kurz UB – wurde eröffnet. Die Bauweise futuristisch, schwarz und glänzend die Fassade. Von Sciene-Fiction-Jüngern liebevoll als Todesstern betitelt, von Kritikern als Ungetüm. Doch was soll’s – solange der Hort des Wissens seinen Zweck erfüllt.

Aber wie sich zeigte: Ganz nebensächlich sind Äußerlichkeiten  doch nicht. Weil die Fassade Autofahrer blendet, wenn die Sonne tief steht, musste ein schwarzes Banner Abhilfe schaffen. Weil die Umdrehungsgeschwindigkeit der Drehtüren am Eingang für die Masse an Wissbegierigen zu lahm ist, staut sich’s regelmäßig. Beim anschließenden Run auf die Plätze haben Langschläfer keine Chance. Weil es zu wenig Arbeitsplätze im 53-Millionen-Euro-Bau gibt, geht in der Prüfungszeit ab 10 Uhr nichts mehr. Fast schon geschenkt sind da die Eimer gegen Regentropfen.

Die neueste Beziehungsprobe: Weil sich ein Metallstück von der Fassade löste – vermutlich wegen der Hitze –, ging’s erst nur über den Fahrradkeller rein und raus. Nun lotst ein Tunnel die Studenten in ihre Elfenbein-Festung. Und da sage noch einer, Studenten – pardon Studierende – von heute hätten es leicht.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel