Land am Rand Ohne Auto zum Rathaus

Ludwigsburg / Hans Georg Frank 20.07.2018

Bürgermeister sind auch nur Menschen. Also trotz des mit dem hohen, verantwortungsvollen Amt verbundenen Vorbildcharakters durchaus fehlbar. Das zeigt sich immer wieder, wenn einem eigentlich sehr honorigen Gemeindechef der Führerschein entzogen wird.

Im schönen Kreis Ludwigsburg ist gerade eine seltsame Serie aus der Kategorie „Lappen weg“ zu beobachten. Zuerst durfte sich der Oberbürgermeister von Ludwigsburg nicht mehr hinters Steuer setzen, weil er trotz Fahrverbots die Limousine doch selber lenkte. Dann erwischte es den Kollegen in Bietigheim-Bissingen, weil der Alkoholgehalt im Blut zu hoch war. Jetzt ist der Schultes im ländlich-idyllischen Oberstenfeld an der Reihe. Er war zu schnell, mit zu wenig Abstand und telefonierend unterwegs. Da kommt so viel auf dem Punktekonto zusammen, dass die automobile Mobilität extrem eingeschränkt werden muss.

Möglicherweise sind Bürgermeister für solche Verfehlungen besonders anfällig. Bei allerlei Anlässen werden alkoholische Verführungen gereicht. Der immer enger getaktete Terminkalender zwingt manchmal zu rasanterer Fortbewegung. Das haben auch schon die Verwaltungsbosse in Freudenstadt und auf dem Feldberg zu spüren bekommen.

Aus Niedersachsen ist ein Fall bekannt geworden, in dem eine Bürgermeisterkandidatin noch vor der Wahl mit angeblich 2,4 Promille ertappt worden ist. Dabei hätte die Frau ganz genau wissen müssen, was sich beim Autofahren geziemt – sie war Pressesprecherin der Polizei.

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