Zehn Tage vor der entscheidenden Runde bei der Stuttgarter Oberbürgermeister-Wahl lichtet sich das Feld der Bewerber. Nach der SPD-nahen Kandidatin Bettina Wilhelm hat auch der S-21-Gegner Hannes Rockenbauch aufgegeben. "Ich werde nicht in den zweiten Wahlgang gehen", sagte er am Mittwoch. Nur eine reelle Siegchance hätte ihn dazu bewegen können. Die sei nicht vorhanden. Rockenbauch gab keine Empfehlung für einen der verbliebenen Bewerber.

Der Kandidat des Bündnisses "Stuttgart Ökologisch Sozial" (SÖS) hatte bei der ersten Wahl-Runde am Sonntag 10,4 Prozent der Stimmen erhalten. Damit wird der Wahlgang am 21. Oktober endgültig zur klassischen Lager-Entscheidung: der inzwischen auch von der SPD unterstützte Grünen-Kandidat Fritz Kuhn gegen Werbe-Profi Sebastian Turner, den CDU, FDP und Freie Wähler unterstützen. Kuhn hatte am Sonntag 36,5 Prozent, Turner 34,5 Prozent der Stimmen bekommen.

Aufgegeben hat am Mittwoch auch der Kandidat der Piraten, Harald Hermann, der 0,5 Prozent der Stimmen bekommen hatte. Auf eine Wahlempfehlung verzichteten die Piraten bewusst.

Der parteilose Unternehmer Turner zieht derweil ungebrochen optimistisch in die erneute Wahl. "Wir sehen sehr, sehr gute Chancen auf eine Mehrheit", sagte Turner am Mittwoch. Seinen Optimismus begründete er vor allem mit der recht geringen Wahlbeteiligung von 46,7 Prozent. Besonders im bürgerlichen Lager könne noch eine Mobilisierung gelingen, sagte Turner. Auch hoffe er auf die SPD-Wähler, nachdem Wilhelm aufgegeben hat. Thematisch baut Turner auf die Ablehnung der City-Maut. Kuhn sei ein "Vordenker" dieser Idee, auch wenn er sich zuletzt moderat geäußert habe.