Stuttgart NSU-Ausschuss: V-Leute und Netzwerk Blood&Honour im Fokus

SPD-Politiker Wolfgang Drexler steht in seinem Büro neben Aktenordnern. Foto: Sina Schuldt/Archiv
SPD-Politiker Wolfgang Drexler steht in seinem Büro neben Aktenordnern. Foto: Sina Schuldt/Archiv © Foto: Sina Schuldt
DPA 02.01.2018

Der NSU-Untersuchungsausschuss will sich in diesem Jahr vor allem dem Neonazi-Netzwerk Blood&Honour, dem Thema V-Leute des Verfassungsschutzes und der rechten Musikszene widmen. Das Gremium will auf diese Weise weiter nach einem möglichen Unterstützernetzwerk der rechten Terrorzelle NSU in Baden-Württemberg suchen, wie der Ausschussvorsitzende Wolfgang Drexler der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der SPD-Politiker verwies darauf, dass man immerhin bis zu 30 Besuche von Mitgliedern des NSU-Trios in Baden-Württemberg habe feststellen können. Bislang hat das Gremium aber keine Beweise für mögliche Unterstützer und Helfer des NSU im Südwesten gefunden.

Der Untersuchungsausschuss geht der Frage nach, welche Verbindungen des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU) zu Baden-Württemberg bestanden und ob es hier Unterstützer gab. Dem NSU werden von 2000 bis 2007 zehn Morde zugerechnet - an Kleinunternehmern ausländischer Herkunft und an der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn.

Bis zur Sommerpause will das Gremium seine Arbeit abschließen - im Herbst soll dann der Abschlussbericht vorgelegt werden. Bislang hat der zweite NSU-Untersuchungsausschuss 60 Zeugen in insgesamt rund 90 Stunden befragt. Er knüpft an den ersten Ausschuss an, der wegen Zeitdrucks nicht alle Fragenkomplexe ausreichend behandeln konnte.

NSU-Untersuchungsausschuss