Es geht unter anderem um SIM-Karten für Handys, die die Familie des Toten an den Berliner Politikwissenschaftler Hajo Funke übergeben hatte, da sie kein Vertrauen in die Arbeit der baden-württembergischen Polizei hatte. Im Zuge der Ausschussarbeit kündigte die Familie aber an, die noch fehlenden Beweisstücke an das Landtagsgremium zur Auswertung übergeben zu wollen. Allerdings sei das Material bislang nicht beim Ausschuss angekommen, sagte der SPD-Obmann in dem Gremium, Nikolaos Sakellariou, gestern in Stuttgart.

Langsam regt sich Unmut in dem Ausschuss. "Wir fühlen uns nicht mehr ernst genommen von Herrn Funke", sagte Sakellariou. "Wenn er seinen eigenen Ansprüchen gerecht werden wollte an eine Aufklärung, dann dürfte er die Übergabe nicht so verschleppen." Professor Funke gehört zu denen, die die Arbeit der baden-württembergischen Polizei im Zusammenhang mit dem NSU-Komplex äußerst kritisch bewerten.

Florian H. war 2013 in einem brennenden Auto in Stuttgart gestorben. Zuvor hatte er erklärt, die Mörder der Polizistin Michèle Kiesewetter zu kennen. Dem "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) werden neun Morde an Migranten und den Mord an Kiesewetter 2007 in Heilbronn vorgeworfen.