Stuttgart NSU-Ausschuss ruft Mord an Kiesewetter noch einmal auf

Beamte der Spurensicherung 2007 am Tatort, an dem zuvor die Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter getötet wurde. Foto: Bernd Weissbrod/Archiv
Beamte der Spurensicherung 2007 am Tatort, an dem zuvor die Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter getötet wurde. Foto: Bernd Weissbrod/Archiv © Foto: Bernd Weissbrod
Stuttgart / DPA 04.06.2018

Der NSU-Untersuchungsausschuss im Landtag ruft heute noch einmal das Thema Ermordung der Polizistin Michèle Kiesewetter auf. Einzige geladene Zeugin ist eine Anwältin, die den Namen ihrer Kontaktperson nennen soll. Sie hatte am 20. März 2017 öffentlich Spekulationen um die angebliche Anwesenheit ausländischer Geheimdienste am Todestag der Polizistin in Heilbronn befeuert. Eine Kontaktperson habe ihr erklärt, es sei am 25. April 2007 auf der Theresienwiese um ein Waffengeschäft gegangen. Den Namen ihrer Kontaktperson wollte die Frau aber nicht nennen. Daraufhin war gegen die Anwältin ein Ordnungsgeld verhängt worden. Mittlerweile hat sie aber wohl signalisiert, im Ausschuss aussagen zu wollen.

Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass die Rechtsterroristen des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU) für zehn Morde zwischen 2000 und 2007 verantwortlich sind, auch an der Polizistin Kiesewetter im Jahr 2007 in Heilbronn. Sowohl amerikanische als auch deutsche Behörden hatten wiederholt beteuert, es habe am 25. April 2007 keinen Einsatz gegen Islamisten in Heilbronn gegeben. Auch der NSU-Ausschuss in Stuttgart hat bislang keine Belege für die Anwesenheit ausländischer Geheimdienste am Tag der Ermordung in Heilbronn.

NSU-Untersuchungsausschuss

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