Ulm Niemand will für 80 Euro parken

Ulm / JULIA KLING 23.09.2015
Privatparkplätze je angefangene Std. 80 Euro" - Nein, die Ulmer Parkbetriebsgesellschaft hat nicht über Nacht die Preise der städtischen Parkhäuser unverschämt erhöht. Aber ein Scherz ist das Schild, das in einer Ulmer Straße an eine Hauswand angeschraubt ist, nicht.

Vielmehr die Reaktion auf ein jahrelanges Ärgernis. Ein Hausbewohner hat sich regelmäßig über Autobesitzer geärgert, die ihre Wagen vor der Hauseinfahrt parkten.

Kein Warnschild half. "Die normalen Schilder nützen nichts", sagt Elmar Mahlig. Und wurde abgeschleppt, musste er zunächst immer selbst das Geld auslegen und dann die Kosten bei Falschparkern einklagen. Ziemlich zeitaufwendig.

Mit dem neuen Schild ist die Rechtslage nun eine andere. "Jetzt kann ich die Rechnung sofort losschicken", erzählt Mahlig. Das Auslegen der Kosten würde auch wegfallen - wenn noch jemand sein Auto in der verbotenen Zone abstellen sollte. Das hat sich aber erledigt. "Das Schild hängt seit Februar", erklärt Mahlig. Seither habe sich kein einziger Falschparker mehr in seine Einfahrt verirrt. "Der Erfolg gibt mir also Recht."

80 Euro die Stunde und die Aufforderung, zunächst noch eine Telefonnummer wählen zu müssen, schrecken Falschparker anscheinend ab. Auf die Idee kam Mahlig gemeinsam mit seinem Anwalt. "Wir haben uns zusammengesetzt und überlegt, was man machen kann. Das Schild kam dabei raus." Mahlig kann sich vorstellen, dass sich andere Leidgeplagte von seiner Lösung inspirieren lassen. "Vielleicht sieht man solche Schilder bald in ganz Deutschland hängen."

Man darf nur hoffen, dass sich die städtische Parkbetriebsgesellschaft kein Beispiel an Mahlig nimmt. Doch damit ist nicht zu rechnen. Unterscheidet die beiden Parkplatzbesitzer doch ein trifftiger Unterschied. Die Stadt will im Gegensatz zu Mahlig Autofahrer auf ihre Stellplätze locken und nicht abschrecken.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel