Bildung Neue Aufstiegschancen für Haupt- und Werkrealschullehrer

Lehrer sollen im großen Stil Fortbildungen erhalten. 
Lehrer sollen im großen Stil Fortbildungen erhalten.  © Foto: dpa
Stuttgart / lsw 16.03.2017

Mit einer fast 40 Millionen Euro teuren Qualifizierungskampagne sollen Haupt- und Werkrealschullehrer Aufstiegsmöglichkeiten für andere Schularten erhalten. Eine entsprechende Kabinettsvorlage des Kultusministeriums finde ihre volle Unterstützung, teilte die Grünen-Fraktion gestern in Stuttgart mit. Damit werde den Lehrern einer rapide sinkenden Zahl von Haupt- und Werkrealschulen im Südwesten eine Perspektive geboten. „Ihre Erfahrungen beim Umgang mit Heterogenität sind wertvolle Ressourcen, die wir für die Qualitätsentwicklung an unseren Gemeinschafts- und Realschulen sehr gut gebrauchen können“, sagte die Grünen-Bildungsexpertin Sandra Boser.

Das Kultusministerium sah sich zum Handeln bewogen, nachdem im kommenden Schuljahr die neu ausgebildeten Werk­real-, Haupt- und Realschullehrkräfte eingestellt werden. Diese werden nach A 13 besoldet. Wenn diese dann in Haupt- oder Werk­realschulen arbeiten, werden sie als Neulinge besser bezahlt als ihre erfahrenen Kollegen. Diese erhalten bislang A 12. Der Unterschied beträgt rund 700 Euro im Monat.

Plätze für Nachqualifizierung

Das Ministerium sieht für rund 800 Lehrkräfte, die bereits an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren – ehemals Sonderschulen – eingesetzt sind, eine einjährige Nachqualifizierung für einen sonderpädagogischen Förderschwerpunkt vor. Rund 3200 Plätze sind für Haupt- und Werkrealschullehrkräfte eingeplant, die bereits an Gemeinschaftsschulen in den Klassen fünf bis zehn und in Kürze an Realschulen arbeiten. Für bereits an Realschulen eingesetzte Pädagogen wurde schon im November vergangenen Jahres eine Weiterbildung für knapp 300 Lehrer begonnen. Rund 400 Plätze stellt das Ministerium bereit für Haupt- und Werkrealschullehrer, die noch nicht an anderen Schularten unterrichtet haben.

Während die Qualifizierungskosten zwischen den Jahren 2016 und 2023 auf insgesamt 37,7 Millionen Euro kalkuliert werden, ist noch unklar, was auf das Land durch die höhere Besoldung zukommt.