Soziales Neue App: Mit einem Klick zum Ehrenamt

Stuttgart / Melissa Seitz 05.06.2018
Vier Studenten aus Stuttgart wollen das Ehrenamt für die Smartphone-Generation attraktiver machen. Mit ihrer App „VoluntHero“.

Mit dem Studium ändert sich einiges. Man lernt neue Freunde kennen, zieht in eine andere Stadt, ist plötzlich auf sich alleine gestellt und muss sich einen neuen Verein oder ein neues Ehrenamt suchen. Laura Rothgang und Lena Glässel kennen das nur zu gut. Beide sind zum Studieren nach Stuttgart gezogen, beide waren zuvor ehrenamtlich engagiert. Laura Rothgang half unter anderem in der Landjugend und bei dem Projekt „Wohnen für Hilfe“, Lena Glässel gab ehrenamtlich Tanztraining und war Jahrgangssprecherin.

Wo der nächste Supermarkt um die Ecke ist, war schnell klar. Welche U-Bahn man zur Uni nehmen muss auch – aber wo kann man sich ehrenamtlich engagieren? Diese Frage stellten sich auch die Studentinnen. „Wir wollten in einer App  verschiedene Ehrenämter sammeln, für die man sich mit einem Klick anmelden kann“, erklärt Laura Rothgang. Die zwei hörten sich um, Interesse an der App war da. „Viele Studenten, mit denen wir gesprochen hatten, wollten etwas tun, wussten aber nicht was und wie.“ Dieses Feedback war für die beiden eindeutig: Ihre Idee musste in die Tat umgesetzt werden.

Von der Idee zum Start-up

Bei dem Gründerwettbewerb „Start-up Weekend Stuttgart“ haben die  Studentinnen Yannik Wojcicki und Simon Kastl von ihrem Konzept begeistert.  So sehr, dass aus zwei Wirtschaftsinformatik-Studenten, einer Medienmanagement-Studentin und einer International-Management-Studentin das Start-Up-Unternehmen „VoluntHero“ wurde.

Warum eine App und nicht einfach nur eine Homepage? „Die junge Generation hat immer ein Smartphone dabei“, sagt Lena Glässel. So kann die Idee vom schnellen Suchen und Finden immer und überall umgesetzt werden. Wer spontan Lust hat, sich zu engagieren, kann das über die App mit einem Klick machen.

Außerdem haben die vier Start-Up-Unternehmer es satt, dass das Ehrenamt immer als altmodisch abgestempelt wird. Mit der App wollen sie dieses Image verändern. „Sich zu engagieren, ist richtig cool“, sagt Laura Rothgang. Es sei egal, ob man einmal beim Aufbau eines Kleiderbasars hilft oder regelmäßig mit Senioren spazieren geht. „Ehrenamtliche leisten wirklich viel. Sie bekommen Studium, Hobby und ihr gemeinnütziges Projekt unter einen Hut.“ Sie seien Helden – oder besser gesagt Teilzeithelden.

Noch braucht die App Feinschliff. Organisationen und Teilzeithelden haben sich aber schon gemeldet. Britta Bühler, Pressesprecherin beim Sozialverband Vdk Baden-Württemberg, findet die Idee der Start-Up-Unternehmer super. Zwar müsse man Mitglied im Verband sein, um sich dort dauerhaft zu engagieren. Aber bei Festen, Besuchsdiensten oder Ausflügen werden immer wieder fleißige junge Leute gesucht. „Mittelfristig werden wir auf einmalige Helfer zurückgreifen müssen, denn viele junge Menschen wollen sich nicht an ein Ehrenamt binden“, sagt sie.

Im August oder spätestens im September soll die App an den Start gehen. Das Konzept muss sich aber erst bewähren: „Wir starten mit einer Testphase im Raum Stuttgart“,  sagt Laura Rothgang. Kommt die App gut an, wollen die Studenten den Dienst nach einem halben Jahr räumlich ausbreiten.

So funktioniert die App

Herunterladen  – das ist der erste Schritt zum Teilzeithelden. In der App können Menschen, die Lust haben in ihrer Freizeit etwas Gutes zu tun, ein Profil anlegen. Sie geben an, wie alt sie sind, ob sie im Bereich Soziale Arbeit oder im Natur- und Tierschutz arbeiten möchten und in welchem Umkreis sich das Projekt befinden soll.

Mit einem Klick kann man sich für ein Ehrenamt anmelden. Der „Teilzeitheld“ bekommt dann eine Mitteilung mit dem Treffpunkt und der Uhrzeit.

Weitere Infos zu der „VoluntHero“-App gibt es auf ihrer Facebook-Seite: www.facebook.com/VoluntHero.Teilzeithelden

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