Stuttgart Naturschützer warnen vor Schwarz-Gelb

Stuttgart / DPA 16.02.2016
Die Umweltverbände BUND und Nabu haben die Programme der Parteien für die Landtagswahl beurteilt. Sie befürchten Rückschritte.

Sie geben keine Wahlempfehlung, dennoch warnen die Naturschutzverbände BUND und Nabu vor einem "Rollback" in Umweltthemen bei einer Abwahl von Grün-Rot im März. Baden-Württemberg sei in den vergangenen fünf Jahren "spürbar nachhaltiger" geworden, bilanzierten die Landeschefs Brigitte Dahlbender und Andre Baumann. Mit einer Rückkehr zu CDU und FDP drohe etwa beim Jagdrecht, dem Ökolandbau oder dem Naturschutz allgemein eine Rolle rückwärts. "Wir sind unabhängig und geben keine Wahlempfehlung, aber wir rufen die Bürger auf, Natur- und Umweltschutz bei ihrer Wahlentscheidung ganz vorne anzustellen", sagte Baumann. Ein Check der Wahlprogramme der vier im Landtag vertretenen Parteien durch den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und den Naturschutzbund (Nabu) - beide haben im Land jeweils 88.000 Mitglieder - ergab dieses Bild:

CDU Im Programm der CDU fanden die Naturschützer "kaum positive Ansätze und viel angekündigte Rückschritte". Sie betone die "Bewahrung der Schöpfung", Konzepte dafür seien aber nicht zu erkennen. Naturschutz werde auf Freiwilligkeit begrenzt.

Grüne Die Partei habe "als einzige ihr Programm an Nachhaltigkeit ausgerichtet". Richtig seien die ambitionierten Ziele beim Ausbau der Windkraft, bei der nachhaltigen Mobilität und beim Ausbau von Bus und Bahn.

SPD Zwar setze die SPD zu sehr auf den Straßenbau, dennoch sei es zu begrüßen, dass die Sozialdemokraten im Wesentlichen die gute Entwicklung fortsetzen möchten. Pluspunkte bekamen sie für den Ausbau der Öko-Energie oder die finanzielle Stärkung des Naturschutzes.

FDP "Ökologie im Rückwärtsgang" lautet das Urteil zum liberalen Wahlprogramm. Die FDP habe sich komplett aus Nachhaltigkeit, Umwelt- und Naturschutz verabschiedet: Mehr Geld für Straßenbau, weniger für Ökolandbau.