Feldberg Naturschützer gegen Feuerwerk

Schneekanonen, Skirummel - ein Feuerwerk am Feldberg ist da für Naturschützer des Guten zu viel. Foto: dpa
Schneekanonen, Skirummel - ein Feuerwerk am Feldberg ist da für Naturschützer des Guten zu viel. Foto: dpa
Feldberg / PETRA WALHEIM 03.11.2012
Im Februar soll am Feldberg ein riesiges Feuerwerk gezündet werden. Dagegen will der Landesnaturschutzverband vorgehen - wenn nötig gerichtlich. Der Vorsitzende sieht die Winterruhe der Tiere gefährdet.

"Die glitzernde Winterlandschaft am höchsten Berg im Schwarzwald wird zur perfekten Kulisse für das Highlight der Feuerwerkskunst." So wirbt die Firma Classic Production Concept (cpc) aus Magdeburg für ihre Veranstaltung "Pyro Games on Snow", die Ende Februar am Feldberg stattfinden soll. "50 000 atemberaubende Effekte" sollte das Publikum auf der Skiwiese an der Grafenmatt zu sehen bekommen, und mehr als zwei Tonnen Sprengstoff sollten an diesem Abend gezündet werden.

Freunde von Feuerwerken bekommen beim Lesen dieser Zeilen glänzende Augen. Reiner Ehret, der Vorsitzende des Landesnaturschutzverbandes, stehen dagegen die Haare zu Berge. Er will die Veranstaltung, die in unmittelbarer Nähe zum Naturschutzgebiet stattfinden soll, verhindern - wenn es sein muss, gerichtlich. "Sollte das Regierungspräsidium die Veranstaltung wider Erwarten genehmigen, werden wir klagen, weil ein solches Großfeuerwerk das angrenzende Naturschutzgebiet mit Sicherheit drastisch schädigen wird", sagt Ehret. Lärm und Licht würden die überlebenswichtige Winterruhe vieler Tiere massiv beeinträchtigen.

Inzwischen hat der Veranstalter den bereits angelaufenen Kartenvorverkauf gestoppt. Auch deshalb, weil sich das Regierungspräsidium Freiburg eingeschaltet und von der Firma einen Genehmigungsantrag verlangt hat. Der sei nötig, weil das Areal der Grafenmatt im Landschaftsschutzgebiet liegt und Veranstaltungen dort nur mit einer naturschutzrechtlichen Erlaubnis stattfinden dürften. Daraufhin hat sich der Produktionsleiter der Veranstaltung "für die Irritationen" entschuldigt und das Programm abgespeckt: Statt der geplanten 50 000 Effekte sollen maximal 12 500 Effekte zum Einsatz kommen, und weniger Material soll gezündet werden.

Reiner Ehret reicht das nicht aus. "Selbst wenn halb so viel Krach gemacht wird, ist es immer noch zu viel", sagt er. Der Feldberg brauche keine zusätzlichen Veranstaltungen, er sei im Winter ohnehin schon stark frequentiert. "Unser Interesse ist, dass am Feldberg nicht noch mehr abgeht als ohnehin schon." Stefan Wirbser, der Bürgermeister der Gemeinde Feldberg, sieht das Spektakel gelassen: Einmal im Jahr könne eine solche Veranstaltung in Kauf genommen werden, sagt er.

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