Autos Mit viel Lärm, viel PS und viel Risiko – Polizei greift durch

Beamte kontrollierten im August Poser in Mannheim.
Beamte kontrollierten im August Poser in Mannheim. © Foto: dpa
Wolfgang Risch 07.02.2017

Es geht wieder los. „Jetzt kriechen sie aus ihren Löchern“, sagt Dieter Klumpp, Sprecher des Mannheimer Polizeipräsidiums. Gemeint sind die so genannten Poser, junge Leute zumeist, die durch übermäßigen Lärm zeigen wollen, was ihre Autos unter der Haube haben. Manchmal auch zu viel: Kürzlich hat ein 22-Jähriger einen 400-PS-Maserati förmlich zerlegt, der Wagen ist Schrott. Totalschaden stellte die Polizei auch an zwei anderen Autos fest, drei weitere wurden demoliert. Die Beamten gehen von einer weit überhöhten Geschwindigkeit in der Tempo-30-Zone aus.

 Wenige Tage später zog die Polizei einen schweren Mercedes aus Ludwigshafen aus dem Verkehr, der durch einen übermäßig röhrenden Auspuff auf sich aufmerksam gemacht hatte. „Das ist erst der Anfang“, sagt Hauptkommissar Klumpp, „denn noch fehlt das Publikum.“ Dieses sitzt gewöhnlich in Straßen-Cafés und -Kneipen, die Mannheimer Innenstadt übe eine in Baden-Württemberg einzigartige Anziehungskraft aus, sagt Klumpp. „Die Poser kommen auch aus dem Umland“, so der Polizeisprecher, auch aus Hessen und Rheinland-Pfalz. Im vergangenen Sommer war die Lage so eskaliert, dass Stadt und Polizeipräsidium gemeinsam gegen den Lärm vorgingen. Hinweise aus der Bevölkerung gab es reichlich.

Nach wenigen Wochen zog das Mannheimer Rathaus eine positive Bilanz der konzertierten Aktion: Von 546 kontrollierten Fahrzeugen wurden 151 stillgelegt, darunter 13 Motorräder. Von einer „spürbaren Verbesserung der Situation“ sprach der für Sicherheit und Ordnung zuständige Bürgermeister Christian Specht. Der Erfolg, so zeigt sich nun, war ein vorübergehender, zu unbelehrbar sind offensichtlich die „Poser“: Es handelt sich laut Polizei um ein kleines, aber besonders hartnäckiges Grüppchen. Auch der Heidelberger Fahrer des nun zerstörten Maserati war mehrfach aufgefallen. Einen Führerschein besaß er schon damals nicht mehr, den hatte ihm die Verkehrsbehörde abgenommen.

Auch der jüngste Vorfall kann den Heidelberger wohl nicht kurieren. Er hatte nach dem Unfall auf Facebook angekündigt, weiterzumachen.