Der Jesuitenpater Klaus Mertes, der den Missbrauchskandal in der katholischen Kirche aufgedeckt hat, erhält wissenschaftliche Weihen. Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg verleiht dem Direktor des Kollegs Sankt Blasien im Südschwarzwald an diesem Mittwoch die Ehrendoktorwürde - für Mertes eine Premiere. Der 64-Jährige werde für seine Aufklärungsarbeit geehrt, aber auch für seine „Sensibilität für systemische Zusammenhänge“, teilte die Fakultät mit.

Mertes hatte Anfang 2010 als damaliger Rektor des Berliner Canisius-Kollegs zahlreiche Fälle sexuellen Missbrauchs Jugendlicher durch Geistliche öffentlich gemacht. Sein Orden hatte die Taten vertuscht und verschwiegen. Wie in einem Dominoeffekt offenbarten sich anschließend viele Betroffene aus anderen kirchlichen und nicht-kirchlichen Einrichtungen.

Uni Freiburg