Land am Rand Miefende Möbel als Ausrede für Sitzenbleiber?

Wenn das Kopfrechnen wieder mal schwer fällt: Vielleicht liegt’s am Furnier der Schulmöbel?
Wenn das Kopfrechnen wieder mal schwer fällt: Vielleicht liegt’s am Furnier der Schulmöbel? © Foto: Felix Kästle/dpa
Schwäbisch Gmünd / Hans Georg Frank 14.03.2018

Eine gute Nachricht der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit Sitz im schönen Osnabrück löst auch bei nicht mehr schulpflichtigen Lesern große Freude aus. 125 000 Euro will die DBU spendieren, um damit die Entwicklung von gescheiten Möbeln für die Klassenzimmer zu fördern. Ökologisch und gesundheitlich nachhaltig müssen die Innovationen ausfallen.

Was die Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd und ein Spezialmöbelwerk in Öhringen austüfeln, soll all die schlechten Einflüsse auf individuelle Fähigkeiten und zeitgemäße Lernkonzepte beenden. In Klassenzimmern, fand die DBU heraus, herrsche „dicke Luft“, weil Tische und Stühle mit Schadstoffen belastet seien. Aus Spanplatten beispielsweise könnten Chemikalien entweichen. „Das kann sich negativ auf den Lernerfolg auswirken“, warnen die Experten.

Damit können auch ältere Semester rückwirkend ihre suboptimalen Noten erklären. Sogar das völlig überraschende Sitzenbleiben erscheint in einem neuen, also schlechten Licht. Die Kopfschmerzen vor Klassenarbeiten, damals vor gut 50 Jahren, hatte bestimmt nicht mangelnder Durchblick verursacht; daran war garantiert der Schutzanstrich der Schulbank schuld, nichts anderes.

Eine besondere Gefahr ging in der nicht so guten alten Zeit allerdings von einem Naturprodukt aus. Die Haselnussrute in des Schulmeisters Hand hinterließ Spuren auf Handfläche und Hosenboden. Aber die Prügelstrafe ist glücklicherweise seit 1973 abgeschafft. Mindestens auf dem Papier.

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