Nach dem Gasunglück in Memmingen mit 27 Verletzten ist die Ursache ungeklärt. Man müsse abwarten, was ein Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamts herausfinde, teilte die Polizei am Sonntag mit. Wahrscheinlich sei ein Technikdefekt. Der Hotelbetrieb laufe wieder normal. Im Zentrum der Untersuchungen stehe das hoteleigene Blockheizkraftwerk. Es sei heruntergefahren worden.

Ein weiblicher Hotelgast aus Berlin und eine 34-jährige Angestellte waren am Freitag schwer verletzt in eine Klinik gebracht worden. 25 Menschen wurden mit leichteren Verletzungen behandelt. Bei dem Einsatz waren Dutzende Helfer der Feuerwehr und des Rettungsdienstes im Einsatz. Das Hotel musste evakuiert werden, nachdem festgestellt worden war, dass im Keller Kohlenmonoxid ausgetreten war. „Durch die Abschaltung aller in Frage kommenden technischen Geräte und Lüftung des Gebäudes konnte die Kohlenstoffmonoxidbelastung beseitigt werden“, hatte die Polizei bereits am Freitagabend mitgeteilt. Für den Einsatz waren mehrere Straßen in der Innenstadt gesperrt worden.

Klausur unsanft beendet

 Der Gasalarm hat am Freitag auch die jährliche Klausur des Heidenheimer Gemeinderates unsanft beendet. In dem Hotel war eine rund 40-köpfige Delegation aus Stadträtinnen und Stadträten sowie Verwaltungsmitarbeitern zur mehrtägigen Klausur abgestiegen.  „Wir waren gegen Mittag bei der Arbeit, als plötzlich Einsatzkräfte mit Gasmasken zur Türe hereinkamen und uns aufforderten, sofort das Gebäude zu verlassen“, sagte Oberbürgermeister Bernhard Ilg.  Innerhalb der Delegation kam es offenbar zu keinen ernsthaften Problemen. Helfer des Roten Kreuzes stellten aber bei mehreren der Heidenheimer Gäste erhöhte Kohlenmonoxid-Werte fest. Zwei Stadträtinnen wurden zur Beobachtungen in ein Krankenhaus gebracht.

 Als am Nachmittag der Grund für den Gasaustritt beseitigt war, stand das Hotel als Tagungsort nicht mehr zur Verfügung. Per  Bus sei man zurück gefahren, sagte Ilg. Die Klausur ging am Samstag in  Heidenheim weiter. dpa/hz