Stuttgart Mehr Pflege am Bett: Kliniken setzen auf Qualifikationsmix

Eine Pflegekraft streicht der Bewohnerin eines Altenheims über die Hand. Foto: Oliver Berg/Archiv
Eine Pflegekraft streicht der Bewohnerin eines Altenheims über die Hand. Foto: Oliver Berg/Archiv © Foto: Oliver Berg
Stuttgart / DPA 27.06.2018

Das Klinikpersonal wünscht sich mehr Zeit für die Pflege der Patienten am Bett - wird aber durch Überlastung und Dokumentationspflichten davon abgehalten. Diese Diagnose stellt zumindest die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft (BWKG). Verbandschef Detlef Piepenburg forderte am Mittwoch in Stuttgart, von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angedachte Vorgaben zum Personaleinsatz müssten Spielräume erhalten.

75 Prozent der Krankenhäuser im Südwesten entlasten ihm zufolge ihre Pflegekräfte bereits durch einen Qualifikationsmix mit Servicehelfern, medizinischen Fachangestellten oder Patientenbegleitern. Examinierte Krankenschwestern müssten von überbordender Bürokratie befreit werden, sagte Piepenburg. Ein normaler Fall werde auf nicht weniger als 1200 Seiten dokumentiert. „Die Zeit dafür fehlt für die Behandlung und Pflege der Patienten und führt zu einer sinkenden Arbeitszufriedenheit.“

Solche Aufgaben müssten delegiert werden können, um der Personalnot der Kliniken und Pflegeheime entgegenzuwirken, die Piepenburg zufolge einen Rekordwert erreicht hat. 75 Prozent der Krankenhäuser und der Rehakliniken haben laut einer BWKG-Umfrage Probleme, Pflegekräfte zu finden. Das seien die schlechtesten Werte seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2010.

BWKG

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