Land am Rand Master of Kataster: Werden Sie Geodät!

Haben voll den Durchblick: Geodäten.
Haben voll den Durchblick: Geodäten. © Foto: ©KN Studio /Shutterstock.com
Ulm / Roland Müller 30.06.2018

Seitdem die Menschheit nicht mehr als Jäger und Sammler durch die Lande zieht, hat die Dichte an Gartenzäunen und Grenzsteinen rapide zugenommen: Wer auf und von der eigenen Scholle lebt, muss schließlich wissen, wo diese endet – und wo die des „lieben“ Nachbarn beginnt.

Was so einfach klingt, ist im Grundsatz gar nicht so einfach. Nicht umsonst ist die Kunst der Vermessung nicht nur ein schnöder Beruf. Die „Geodäsie“ war früher vielmehr eine edle Wissenschaft: Wer mit fehlerhaftem Kartenmaterial die Welt besegelte oder in Afrika am falschen Längengrad  abbog, von dem hörte man dann oft nie mehr etwas. Die „Vermessung der Welt“, Sie wissen schon.

Dass das Fehlen eines Grundbuch-Katasters K.O.-Kri­te­rium für einen funktionierenden Staat sein kann, erlebt die EU seit Jahren in Griechenland. Wenn keiner weiß, wem welcher Fleck Erde gehört, wird ständig gestritten, und Steuern zahlt eh keiner. Der Aufbau zieht sich, so ist zu lesen.

In Baden-Württemberg hingegen haben die „Master of Kataster“ andere Probleme: Nachwuchsmangel etwa. Zum zweiten Mal bewirbt das Landesamt für Geoinformation daher im Juli die „Aktionswoche Geodäsie“ (12. bis 20. Juli). Das Ziel: Bei jungen Leuten frühzeitig die Neugierde auf die Arbeit mit  Theodolit, Tachymeter oder Schlauchwaage zu wecken. Wer sich jetzt für Geodäsie entscheidet, „hat beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, heißt es in einer Mitteilung. Es sei denn, Jagen und Sammeln kommt doch wieder in Mode.

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