In Unterkünften für Flüchtlinge in Karlsruhe und Stuttgart sind mehrere Menschen an Masern erkrankt. Die Behörden ergreifen Sofortmaßnahmen gegen eine Ausbreitung. In den Heimen der Landeserstaufnahmeeinrichtung sollen jetzt mehrere Tausend Menschen geimpft werden.

Bei den an Masern erkrankten Menschen in einer Zelthalle in Karlsruhe handelt es sich um einen 23-jährigen Mann aus Bosnien-Herzegowina und seine Töchter im Alter von zwei und vier Jahren. Sie wurden in das Städtische Klinikum gebracht. Eine akute Ansteckungsgefahr für die Bevölkerung gebe es nicht, sagte der Leiter des Gesundheitsamts, Peter Friebel.

Die zurzeit 310 Bewohner der betroffenen Unterkunft auf dem Gelände der ehemaligen Mackensen-Kaserne wurden laut Landratsamt vorsorglich geimpft. Um die Infektionsgefahr zu bannen, sollen die Bewohner zwei Wochen lang nicht verlegt werden. In dieser Zeit werden auch keine Neuzugänge aufgenommen. Masernimpfungen gab es auch bereits in anderen Unterkünften der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) für Flüchtlinge in Karlsruhe, Mannheim und Heidelberg. Auch in einer Flüchtlingsunterkunft in Stuttgart sind Bewohner an Masern erkrankt. Laut Mitteilung der Stadt sollen in der nächsten Woche weitere Impfungen folgen, um neue Fälle zu verhindern.

Die Krankheit war bereits im Juli vergangenen Jahres in der LEA-Zentrale in Karlsruhe aufgetreten, die daraufhin zeitweise geschlossen wurde. Im September gab es dann in einer Notunterkunft einen weiteren Masernfall. In den Unterkünften leben die Menschen auf engstem Raum zusammen: In der Zelthalle in der Mackensen-Kaserne sind Hunderte von Feldbetten für die Flüchtlinge nur durch Planen voneinander getrennt.

In Berlin war Mitte Februar ein Kleinkind an Masern gestorben. Dort registrieren die Behörden die größte Masernwelle seit 2001, mit inzwischen 724 Fällen. Das Gesundheitsamt in Stuttgart rät allen Menschen, die nach 1970 geboren sind, ihren Impfstatus beim Haus- oder Betriebsarzt überprüfen zu lassen. Eine Impfung sei dann nötig, wenn keine oder nur eine Impfung gegen Masern durchgeführt worden sei. Kinder sollten zweimal im Abstand von mindestens vier Wochen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken geimpft werden.