Mit seinen Äußerungen zu einer möglichen Rückkehr auf die politische Bühne hat Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) die SPD in Baden-Württemberg aufgeschreckt. Generalsekretärin Katja Mast forderte CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf am Wochenende auf, "reinen Tisch mit der unsäglichen Vergangenheit der Mappus-Ära zu machen - und zwar endgültig". Es sei zu hoffen, dass es sich bei den Äußerungen des Ex-Ministerpräsidenten um einen verfrühten Aprilscherz handele. "Es ist jedenfalls das Gebot der Stunde, dass die jetzigen Herren an der CDU-Spitze dazu etwas klar stellen."

Mappus hatte im Gespräch mit der "Pforzheimer Zeitung" eine Rückkehr in die Politik auf längere Sicht nicht ausgeschlossen. "Man soll bekanntlich niemals nie sagen", sagte Mappus. Mappus zeigte sich zudem in Sachen Politik gesprächsbereit: "Wenn ich für die hiesige CDU etwas tun kann, dann kann man mit mir reden."

Auf die Frage, ob er die Politik vermisse, sagte Mappus dem Blatt weiter: "Die Politik der 1990er-Jahre, die fehlt mir." Aber: "Wenn Sie das Gefühl haben, dass manche Partei den Grundsatz hat, keinen Grundsatz zu haben - die heutige Politik, ohne anzuecken, fehlt mir nicht."

Der gebürtige Pforzheimer Mappus hatte 2011 kurz nach dem Reaktorunglück von Fukushima die Landtagswahl verloren. Er zog sich danach aus der Politik zurück und arbeitet inzwischen für ein Unternehmen der IT-Branche.

Mit Entscheidungen aus seiner lediglich 15-monatigen Amtszeit beschäftigten sich insgesamt drei Untersuchungsausschüsse. So wurde der umstrittene, am Parlament vorbei eingefädelte Rückkauf der Aktien des Energiekonzerns ENBW aufgearbeitet. Der eskalierte Polizeieinsatz auf der Stuttgart-21-Baustelle am "Schwarzen Donnerstag" mit vielen Verletzten wurde gleich zweimal in Untersuchungsausschüssen behandelt.