Epfendorf/Rottweil Lkw-Fahrer soll Führerschein verlieren

Epfendorf/Rottweil / LSW 08.07.2014

Nach dem Zugunglück in Epfendorf (Kreis Rottweil) will die Staatsanwaltschaft dem 50-jährigen Lastwagenfahrer den Führerschein entziehen. Ein entsprechender Antrag beim Amtsgericht Rottweil laufe, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am gestrigen Montag. Der Fahrer war am Freitag auf einem Bahnübergang hängengeblieben. Die Straße war nur für Fahrzeuge mit maximal 3,5 Tonnen zugelassen - sein Gespann wog aber mitsamt der Ladung 48 Tonnen. Ein Regionalzug prallte daraufhin gegen das Fahrzeug. Dabei wurden 33 Menschen verletzt, sechs davon schwer. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den 50-Jährigen wegen des Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

Die Polizei prüft auch, ob an einer Brücke, die vom Sattelzug vor dem Unfall befahren wurde, statische Schäden entstanden sind. Der Schaden wird auf etwa 1,5 Millionen Euro geschätzt. Allein am Zug sind einem Sprecher der Bahn zufolge mindestens 600 000 Euro Schaden entstanden. "Das Fahrzeug wird der Bahn wegen der Reparatur einige Monate nicht zur Verfügung stehen", sagt der Sprecher. Auf der betroffenen Bahnstrecke wurde am Sonntagmorgen der Betrieb wieder aufgenommen. Zuvor musste die Bahn 60 Schwellen, zwei Oberleitungsmasten sowie etwa 100 Meter Oberleitung erneuern.