In Baden-Württemberg haben 2018 insgesamt 998 türkische Staatsbürger um Asyl gebeten. Das Stuttgarter Innenministerium bestätigte einen entsprechenden Bericht der Zeitungen „Heilbronner Stimme“ und „Mannheimer Morgen“. Damit ist die Zahl gegenüber 2017 (1055 türkische Asylanträge) leicht gesunken. 2016 gingen noch 729 türkische Asylgesuche im Südwesten ein.

Derzeit wächst in Deutschland die Empörung über die erzwungene Ausreise von zwei deutschen Journalisten aus der Türkei. Gökay Sofuoglu, Vorsitzender der türkischen Gemeinde in Deutschland, sieht die türkischen Kommunalwahlen Ende März als Grund für das restriktive Vorgehen der Regierung in Ankara gegen ausländische Journalisten. „Was man von neuer Entspannung zwischen der Türkei und europäischen Ländern nach Erdogans Besuchs in Deutschland erhofft hat, hat sich wohl wieder auf die Zeit nach den Wahlen Ende März verschoben“, sagte Sofuoglu den beiden Zeitungen. Eine erhöhte Zahl an türkischen Asylsuchenden erwarte er allerdings nicht.

Der ZDF-Korrespondent Jörg Brase und der „Tagesspiegel“-Reporter Thomas Seibert hatten am Sonntag die Türkei verlassen. Das Presseamt in Ankara hatte ihnen - wie auch einem nicht ständig in der Türkei lebenden NDR-Reporter - ohne Angabe von Gründen vor rund einer Woche mitgeteilt, dass ihnen eine neue Pressekarte nicht bewilligt werde.