Stuttgart Lehrerverband: Gymnasium ein Auslaufmodell

Stuttgart / LSW 07.02.2013

Das Gymnasium soll aus Sicht des Lehrerverbandes Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) langfristig aus der Schullandschaft im Südwesten verschwinden. Das von der grün-roten Landesregierung favorisierte Zwei-Säulen-Modell mit der Gemeinschaftsschule und dem Gymnasium sei nur ein Zwischenschritt, sagte die GEW-Landeschefin, Doro Moritz, gestern in Stuttgart.

Um die Gemeinschaftsschule zu stärken, müssten Kinder mit Gymnasialempfehlung dort vergleichbare Angebote wie am Gymnasium vorfinden. Deshalb müsse der Unterricht in der zweiten Fremdsprache wie am Gymnasium bereits in Klasse sechs beginnen.

FDP-Landeschefin Birgit Homburger bezeichnete die Forderungen als "haarsträubend". "Wer die Spitzenposition Baden-Württembergs in Forschung, Entwicklung und Innovation erhalten will, darf das Gymnasium nicht abschaffen."

Das Netzwerk "In einer Schule gemeinsam lernen", dem die GEW und 29 weitere Organisationen aus dem Südwesten angehören, forderte gestern bei einer Pressekonferenz mehr Ressourcen für die Teilhabe von behinderten Kindern an den allgemeinbildenden Schulen (Inklusion).

Moritz monierte dabei ein fehlendes Finanzierungskonzept, um die 1532 zusätzlichen Lehrerstellen zu finanzieren, die nötig seien, wenn der Anteil der inklusiv unterrichteten Schüler von derzeit gut 27 Prozent bis 2015/16 auf 50 Prozent erhöht werden würde. Moritz verlangte zudem mehr Tempo beim auf das Schuljahr 2014/15 verschobenen Inklusions-Gesetz.

Kultusminister Andreas Stoch (SPD) begrüßte die Unterstützung der GEW. Bei der Umsetzung der Inklusion sei man im Zeitplan. Bisher wurde ein Schulversuch mit fünf Modellregionen gestartet.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel