Lehrer in Baden-Württemberg haben empört auf eine Panne beim Gemeinschaftskunde-Abitur und das Verhalten des Kultusministeriums reagiert. Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz, sagte am Donnerstag, dass das Kultusministerium versuche, die Schuld den eigenen Lehrern zuzuschieben. „Bei der GEW melden sich Lehrkräfte, die übereinstimmend berichten: Die Abi-Aufgabe war falsch formuliert.“ Das Verhalten des Ministeriums sei eine Frechheit.

Die Prüfung im Fach Gemeinschaftskunde soll an 130 Gymnasien wiederholt werden, wie „Mannheimer Morgen“ und „Heilbronner Stimme“ (Donnerstag) berichteten. In einer Teilaufgabe wurde nach Informationen der GEW der Begriff „Kategorienmodell“ vorausgesetzt. Dieser Begriff sei aber in dem Fach überhaupt nicht üblich und werde auch in der Wissenschaft nicht verwendet, sagten einige Lehrer der GEW. Nach Informationen des Kultusministeriums handele es sich aber um Pflichtstoff aus dem Bildungsplan, trotzdem hätten viele Lehrer den Begriff nicht behandelt. Wie viele Schüler betroffen sind, ist unklar, weil zwei Prüfungsaufgaben zur Wahl standen.