Land am Rand Lebensretter Parksanduhr

Mit der Parksanduhr kann man in Kirchheim acht Minuten gratis Parken. Im Streit um die Einführung von Parksanduhren in Datteln hat ein Verwaltungsgericht ein Verbot der Kommunalaufsicht aus formalen Gründen aufgehoben.
Mit der Parksanduhr kann man in Kirchheim acht Minuten gratis Parken. Im Streit um die Einführung von Parksanduhren in Datteln hat ein Verwaltungsgericht ein Verbot der Kommunalaufsicht aus formalen Gründen aufgehoben. © Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Kirchheim unter Teck/Datteln / Melissa Seitz 09.05.2018

Es muss schnell gehen. Kind und Kegel sitzen mit knurrendem Magen zu Hause. Frühstück muss her – und zwar schnell. In Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen) gibt es in solchen Situationen einen kleinen Lebensretter namens Parksanduhr. Einfach vorne ins Auto reinlegen, umdrehen und schon kann man acht Minuten kostenlos parken und schnell zum Bäcker sprinten. Den Geldbeutel freut’s, Kind und Kegel auch.

 Die Stadt Datteln in Nordrhein-Westfalen will es Kirchheim gleichtun. Acht Minuten kostenlos parken, das ist doch super, dachte sich der Gemeinderat. Der Kreis Recklinghausen war aber von der Idee nicht so begeistert und verbot das Vorhaben. Richter in Gelsenkirchen wiederum kippten nun das Verbot – aus formalen Gründen.

Was die Uhr aus Sicht der Vertreter des Landkreises nicht zu einem Lebensretter, sondern zu einem Störenfried macht, das ist wohl den Gegnern selbst nicht so richtig klar. Denn: Das Verbot sei unzureichend begründet worden, urteilte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Als schwierig hatte die Kammer zuvor die Vereinbarkeit von Parksanduhren mit der Straßenverkehrsordnung bewertet. Einen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz im Grundgesetz sah sie aber nicht.

Wird die Parksanduhr in Datteln doch eingeführt, besteht an einer Sache jedenfalls kein Zweifel: Auch die Sanduhr-Gegner werden sie nutzen. Wer will zu kostenlos Parken denn schon nein sagen?