Ulm Unglück in Südtirol:Was tun bei Lawinengefahr

Madeleine Wegner 05.01.2018
Was können Wintersportler tun, wenn sie in eine Lawine geraten? Ein Alpin-Experte gibt im Interview nützliche Tipps.

Robert Mayer gibt Tipps im Umgang mit Lawinengefahr. Er leitet die Ausbildungsabteilung beim Deutschen Alpenverein (DAV).

Wie können Wintersportler einem Lawinenunglück am besten vorbeugen?

Wenn die Tour ins unverspurte Gelände abseits der Piste geht, sollten die Skitourengeher und Variantenfahrer morgens auf jeden Fall den aktuellen Lawinenlagebericht anschauen. Das ist auch für Tourenführer obligatorisch. Dieser Bericht der Landesämter zeigt an, wie groß die Lawinengefahr in welchen Gebieten ist. Und natürlich sind die Ratschläge der Lawinenwarndienste unbedingt zu befolgen. Auch sollte man bedenken, dass kein Experte die Lawinengefahr mit 100-prozentiger Sicherheit einschätzen kann.

Was ist zu tun, wenn sich im Gelände eine Lawine löst?

Möglichst schnell den Kameraden retten. Denn es bleiben nur wenige Minuten, um den Verschütteten lebend zu retten. Die organisierte Bergrettung kommt dafür meist zu spät. Es ist heute obligatorisch, ein Lawinenset dabei zu haben. Dazu gehört ein Ortungsgerät, eine Sonde und eine Lawinenschaufel. Im Umgang mit dem Ortungsgerät sollte man aber geschult sein.

Wie verhalte ich mich, wenn ich selbst von einer Lawine erfasst werde?

Noch im Rutschen sollten Sie versuchen, möglichst an der Oberfläche der Lawine zu bleiben, den Mund geschlossen zu halten und mit den Händen vor der Nase Schnee freizuschaufeln, um ein Luftpolster zu schaffen. Das erhöht die Überlebenschancen deutlich.