Land am Rand Lastwagen schrammt Brückenträger

Durchfahrtshöhe in Jagstzell: 3,50 Meter.
Durchfahrtshöhe in Jagstzell: 3,50 Meter. © Foto: Raimund Müller
Jagstzell / Nadine Vogt 22.08.2018

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Das dachte sich wohl auch jener Lastwagen-Fahrer, der am Montag von Ellwangen nach Crailsheim fuhr. Denn auf der B 290 gibt es eine Stelle, die nicht für jeden Dickbereiften passierbar ist: eine Bahnunterführung in der Gemeinde Jagstzell im Ostalbkreis. Durchfahrtshöhe: 3,50 Meter. Wie blöd, wenn das Gefährt tatsächlich höher ist. Die Stahlträger der Brücke skalpieren die Laster gnadenlos – bis zum Totalschaden. Immerhin: Im aktuellen Fall blieb die Brücke unbeschadet, die Zugstrecke dieses Mal unbeeinträchtigt.

„Gefühlt passiert da alle 14 Tage was“, sagt Bürgermeister Raimund Müller. Trotz Warnhinweisen wiederholt sich in Jagstzell immer wieder das gleiche Szenario. Trotz Umleitung, Warntafeln und Blinklicht: Nichts scheint den entschlossenen Lastwagen-Fahrer abzuschrecken, es doch zu probieren. Nicht einmal ein Schild, das prophezeit, was beim Unterquerungs-Versuch passieren kann: Ein Foto zeigt einen frisch rasierten Lkw, darunter steht der mahnende Satz: „Er wollte es nicht glauben“.

Nur 20 Meter nördlich hat die Gemeinde nun für 3 Millionen Euro eine Unterführung bauen lassen – eigens für Fußgänger. Zu deren Sicherheit. Denn am Wagemut von unverbesserlichen Fernfahrern zweifelt in Jagstzell mittlerweile niemand mehr. 

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