Altheim Laster verliert Anhänger auf Bahnübergang

Ein Lastwagenanhänger blieb ausgerechnet auf dem Altheimer Bahnübergang stehen. Da Autofahrer den Lokführer rechtzeitig gewarnt hatten, konnte dieser über hundert Meter vorher stoppen. Anschließend fuhr er langsam an den Übergang heran und hielt dort, bis der Hänger wieder angekoppelt war.
Ein Lastwagenanhänger blieb ausgerechnet auf dem Altheimer Bahnübergang stehen. Da Autofahrer den Lokführer rechtzeitig gewarnt hatten, konnte dieser über hundert Meter vorher stoppen. Anschließend fuhr er langsam an den Übergang heran und hielt dort, bis der Hänger wieder angekoppelt war. © Foto: Annette Maria Rieger
JONAS BLEESER 21.03.2016
Das war knapp: Nur weil einige Autofahrer schnell und klug reagierten, verhinderten sie am Samstag beim Bahnhof von Horb-Altheim ein Zugunglück.
Ein 48-jähriger Lastwagenfahrer fuhr am Samstag gegen 13.15 Uhr von Grünmettstetten in Richtung Rexingen. Er hatte gerade eine Ladung Holzpellets bei einem Kunden abgeliefert. Beim "Alten Bahnhof" in Altheim bog er mit seinem Gespann von der Kreisstraße 4705 nach rechts auf die Kreisstraße 4779 in Richtung Rexingen ab und überquerte dort den Bahnübergang.

Ausgerechnet auf den Gleisen löste sich dabei der Tandemanhänger aus der Kupplung. Er blieb mitten auf dem Bahnübergang stehen. Der Lastwagenfahrer, der nach Polizeiangaben sein Missgeschick sofort bemerkte, konnte ihn jedoch nicht wieder ankoppeln - wegen eines sich nähernden Zuges senkten sich die Schranken und schlossen den Anhänger ein.

Glücklicherweise reagierten einige Autofahrer blitzschnell und genau richtig: Da sie nicht wissen konnten, woher eine Bahn herankam, stiegen sie aus und liefen in beide Richtungen die Gleise entlang, um einen nahenden Lokführer zu warnen.

Denn von Horb her brauste ein mit etwa 20 bis 30 Fahrgästen besetzter Zug heran - genau auf den auf dem geschlossenen Bahnübergang gefangenen Anhänger zu. Als der Lokführer die wild mit den Armen wedelnden Helfer sah, leitete er sofort eine Vollbremsung ein. Es gelang ihm, seine Regionalbahn etwa 100 bis 200 Meter vor dem Hindernis anzuhalten. Die Fahrgäste blieben unverletzt. Auch Sachschaden entstand keiner.

Die Bahnstrecke wurde voll gesperrt. Für die Fahrgäste des mittlerweile bis zum Bahnübergang vorgefahrenen Zuges (so entstand unser Bild) wurden Busse organisiert. Anschließend fuhr der Zug nach Horb zurück. Da an dem Lkw-Gespann lediglich die Verbindungsschläuche beschädigt waren, konnte der Anhänger nach Öffnung der Schranken wieder angehängt und vom Bahnübergang gezogen werden. Da der Fahrer den Hänger zum Entladen der Pellets abgekoppelt hatte, vermutet die Polizei, dass er beim Wiederankoppeln einen Fehler gemacht hat. Die Beamten nahmen Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr auf.

Polizeisprecher Dieter Popp zeigte sich beeindruckt von der Geistesgegenwart der Autofahrer: "Denen gebührt ein besonderes Lob." Ein Notruf über die Nummer 110 sei in einer solchen Situation zwar auch die richtige Reaktion: Die Polizei informiert dann die Notrufzentrale der Bahn, die wiederum die Lokführer warnt. "Die Frage ist aber, ob das zeitlich gereicht hätte."