Dafür hat ihm das Kabinett am gestrigen Dienstag ein Verhandlungsmandat erteilt. Ziel ist, das schon um viele Jahre verspätete Sechs-Milliarden-Projekt zu beschleunigen und den Betrieb später so umwelt- und menschenverträglich wie möglich abzuwickeln. Dies heißt vor allem Lärmschutz mit einem Tunnel wie in Offenburg, der teilweisen Verlegung an die Autobahn weiter südlich, Tieflage wie im Markgräfler Land und Lärmschutzzäunen auf viele Kilometer. Strittig ist, wer dafür zahlt.

Vom Landtag hat Hermann bereits ein Mandat: Nach einem von allen Fraktionen getragenen Beschluss soll sich das Land hälftig an den Mehrkosten eines besseren Lärmschutzes beteiligen.

In der Regierung ist das Vorgehen aber strittig. Ministerpräsident Winfried Kretschmann machte sich gestern erneut für das Prinzip stark: Bauherr sind Bund und Bahn, "die haben die Verantwortung für die Finanzierung." Es könne nicht sein, dass die Bahn laute und unökologische Trassen plane, nachbessern muss und vom Land dann dafür Geld verlange. Kretschmann weiß aber auch so gut wie sein Verkehrsminister, wie wichtig die viergleisige Trasse im internationalen Güterverkehr wird, über die alle drei Minuten ein Frachtzug rollen soll.

Hermann allerdings steht für den pragmatischen Teil. Er weiß, dass der Bund allein für den Offenburger Tunnel eine nicht eingeplante zusätzliche Milliarde Euro locker machen muss und schon deshalb auf ein gewisses Entgegenkommen des Landes setzt. Er hat rund 300 Millionen angesetzt, verteilt über viele Jahre, für besseren Lärmschutz. Dass das Kabinett die Kosten auf 250 Millionen Euro gedeckelt habe, will er weder bestätigen noch dementieren - aus verhandlungstaktischen Gründen.