Heidelberg Land testet Bildungsstand von Flüchtlingskindern

Heidelberg / DPA 24.02.2016
Seit gut einem Monat werden Flüchtlingsfamilien bei der Ankunft in Baden-Württemberg zur Schullaufbahn ihrer Kinder befragt. Bislang wurden von 1800 Schülern Daten erfasst.

"Wir wollen diesen Kindern und Jugendlichen möglichst schnell Zugang zu einem passgenauen Bildungsangebot verschaffen", sagte Staatssekretärin Marion von Wartenberg am Dienstag. Sie stellte in Heidelberg Verfahren zur Förderung von Flüchtlingskindern vor.

Bei der "bildungsbiografischen Ersterfassung" werden im dortigen zentralen Registrierungszentrum Kinder und Jugendliche bis 20 Jahre gefragt, ob sie etwa lesen und schreiben können und wie lange sie auf der Schule waren. Anhand der Informationen können sich Schulen auf den Förderbedarf vorbereiten. Ab März sollen in Heidelberg pädagogische Fachkräfte bis zu 150 Kinder pro Tag befragen. Auch andere Länder befragen Kinder in ähnlicher Weise zu ihrer Schullaufbahn.

Das Land schließt ein Pionierprojekt an: Kinder und Jugendliche, die schon eine Vorbereitungsklasse besuchen, können einen Bildungstest machen. Mit einem Computerprogramm werden sie etwa auf Wissen in Mathe, Sprachen und auf überfachliche Kompetenzen getestet. Mit den Ergebnissen kann der Bildungsweg geplant werden. Von Wartenberg will so "bundesweit neue Standards" setzen. Das Bundesbildungsministerium fördert das Projekt mit zwei Millionen Euro.