Stuttgart Land steckt Millionen in die Wasserforschung

Stuttgart / BETTINA WIESELMANN 13.08.2015
Wasserforschung wird in den nächsten fünf Jahren groß geschrieben im Land: Insgesamt sechs Universitäten werden mit sechs Millionen Euro gefördert.

Die Wetterlage gibt gerade einen Vorgeschmack darauf, dass Dürreperioden auch in unseren gemäßigten Breiten zunehmen werden. Das Forschernetz "Auswirkungen, Prozesse und Widerstandsfähigkeit im Zusammenhang mit Dürreperioden", an dem die Universitäten Tübingen, Freiburg und Heidelberg beteiligt sind, wertet Daten aus und nutzt sie für Simulationen. Ziel ist, das Zusammenwirken von Klima, Umwelt, Land- und Wassernutzung sowie Gesellschaft und politische Steuerungsstrukturen in Trockenperioden zu untersuchen. Unter anderem sollen Vorschläge für ein verbessertes Risikomanagement erarbeitet werden.

Auch das Netzwerk "Eff-Net" (Effect Network in Water Research) bekommt zwei Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren. Neben den Unis Tübingen und Heidelberg ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt. Wie das Forschungsministerium mitteilt, geht es darum, Strategien zu entwickeln, wie der Schadstoff-Eintrag (im Visier sind Süßstoffe und Antidepressiva) in Gewässer vermindert werden kann. "EFF-Net" verbinde naturwissenschaftliche Grundlagenforschung mit sozialwissenschaftlichen Ansätzen.

Die letzten zwei Millionen Euro gehen an das Netz "Charm". Forscher der Unis Freiburg, Konstanz und Stuttgart kümmern sich um Herausforderungen, die sich im Stausee-Betrieb ergeben. Die Seen sind wichtig für Wasserversorgung und Energiegewinnung. Untersucht werden unter anderem Folgen und Abwendungen von Sedimentablagerungen und Maßnahmen gegen die Massenvermehrung von Blaualgen. Auch sollen Strategien entwickelt werden, wie der häufig vorhandene örtliche Widerstand gegen neue Stauseen durch frühe Beteiligung der Interessengruppen gemindert werden kann. Die drei Forschungsnetze wurden von einer Gutachterkommission ausgewählt. Die Bündelung der Expertise sei für das "zukunftsweisende Forschungsgebiet entscheidend", sagte Forschungsministerin Theresia Bauer (Grüne).

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