Bauprojekt Land muss mehr für die Kombilösung zahlen

Stuttgart / Axel Habermehl 08.06.2018

Weil das Infrastrukturprojekt „Kombilösung Karlsruhe“ teurer wird als geplant, erhöht das Land wohl seinen Zuschuss: Der Landesanteil soll um 30 Millionen Euro auf 131,2 Millionen steigen. Das geht aus einer Kabinettsvorlage von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hervor, die der Ministerrat nächste Woche beschließen soll. Das Papier liegt dieser Zeitung vor.

Das Projekt umfasst zwei Teile: den Bau eines Stadtbahntunnels und den einer Straßenbahn mit einem Straßentunnel. 2004 rechnete die Karlsruher Schienen-Infrastruktur-Gesellschaft (KASIG) mit Gesamtkosten von 495,5 Millionen Euro. Schon 2010 ging man von 637,6 Millionen aus, 2017 von gut 800 Millionen.

Grund seien gestiegene Baukosten, aber auch „insbesondere im Bereich Tiefbau unvorhergesehene Schwierigkeiten im Untergrund, Kontaminationen, notwendige Umstellungen des Bauverfahrens und notwendige Qualitätsverbesserungsmaßnahmen“. Weitere Kostensteigerungen seien möglich: „Im schlechtesten Fall werden die Gesamtbaukosten auf 1084 Millionen Euro prognostiziert“, heißt es in dem Papier.

Aufgeteilt werden die Kosten zwischen Bund, Stadt und Land, wobei der Bund 60 Prozent der förderfähigen Kosten zahlen soll, Stadt und Land je 20. „Das Land kommt der KASIG mit der Erhöhung des Landesanteils um ca. 30 Prozent sehr weit entgegen – zumal mit weiteren Kostensteigerungen zu rechnen ist, die den Landesanteil vorbehaltlich weiterer politischer Entscheidungen auf bis zu 175 Mio. Euro steigen lassen könnten“, schreibt Hermann.

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