Müll Land legt Abfallbilanz 2017 vor

Stuttgart / Axel Habermehl 31.07.2018

Die Baden-Württemberger haben vergangenes Jahr so wenig Hausmüll erzeugt wie noch nie seit Beginn der Zählung 1990. Das geht aus der Abfallbilanz für das Jahr 2017 hervor, die Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) gestern vorgestellt hat.

Bei 139 Kilogramm lag vergangenes Jahr das sogenannte Pro-Kopf-Aufkommen von Haus- und Sperrmüll, einschließlich Geschäftsmüll aus öffentlicher Sammlung. 2016 waren es 140,6 Kilo. Auch die Gesamtmenge ging leicht zurück. Landesweit sammelten die Entsorger 1,52 Millionen Tonnen ein, ungefähr 6000 Tonnen weniger als im Vorjahr.

Zählt man aber auch Biomüll und andere Wertstoffe dazu, die in Haushalten so weggeworfen wurden, stieg das Gesamtaufkommen um knapp 10 000 Tonnen auf insgesamt 3,88 Millionen Tonnen. Untersteller erklärt das mit dem Einwohneranstieg: „Da die Bevölkerung im Land um rund 64 000 Einwohner gewachsen ist, ist das Pro-Kopf-Aufkommen gegenüber dem Vorjahr dennoch um ein Kilogramm auf nun 353 Kilogramm je Einwohner und Jahr gesunken.“

Den Rückgang erklärte der Minister mit der getrennten Sammlung von Bioabfällen, die verwertet werden können. Deren jährliches Aufkommen stieg pro Einwohner im Landesschnitt von 49 Kilogramm 2016 auf 50 Kilogramm. „Das ist ein neuer Höchstwert für die getrennt gesammelten Bioabfälle im Land“, sagte er.

Er freue sich, dass der Widerstand einiger Landkreise, Biomüll getrennt zu sammeln, weiter schmilzt. Waren es vergangenes Jahr noch drei Kreise, ist mit dem Kreis Sigmaringen nur noch ein „Biomüll-Rebell“ übrig. Zuletzt hatte vor zwei Wochen der Alb-Donau-Kreis nachgegeben. Auch aus Sigmaringen vernehme er „positive Signale“, sagte Untersteller. „Ich bin daher zuversichtlich, dass die hochwertige Ressource Bioabfall in wenigen Jahren in ganz Baden-Württemberg möglichst sinnvoll genutzt wird und wir unser Ziel von 60 Kilogramm pro Kopf und Jahr erreichen können.“

Die Entsorgungskosten für die Bürger sind halbwegs stabil. Im Schnitt 152 Euro Jahresgebühr zahlt ein Vier-Personen-Haushalt 2018. 2017 waren es 151 Euro.

Insgesamt gibt die Abfallbilanz Auskunft über rund zwölf Millionen (2016: 11,87 Millionen) Tonnen Müll aus Privathaushalten und Bauwirtschaft sowie haushaltsähnlichen Abfall der In­dustrie. All das holen die verschiedenen öffentlich-rechtlichen Entsorger ab. Nicht darin verzeichnet ist der viel größere Müllhaufen von 37,7 Millionen (2016: 38 Millionen) Tonnen, um den sich private Entsorger kümmerten.

49,7

Millionen Tonnen Abfall sind vergangenes Jahr insgesamt in Baden-Württemberg angefallen. Im Jahr 2016 waren es noch 50,2 Millionen Tonnen ­gewesen.

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