Land am Rand Land am Rand: Tiger in der Tagesschau

Ein Intercity am Hauptbahnhof in Stuttgart.
Ein Intercity am Hauptbahnhof in Stuttgart. © Foto: Lino Mirgeler/dpa
Heidelberg / Fabian Ziehe 29.08.2018

Plüsch ist der Stoff, aus dem die Kindertäume sind – ob Teddy, Kroko oder Bello, in den wechselvollen Jahren der Kindheit begleitet kaum ein Kumpel so zuverlässig die Kleinen – bis hin zum letzten Krümel Füllung, zum letzten Fetzen Fell. Insbesondere Tiger taugen zum besten Freund – was auch die philosophischen Comic-Strips von Calvin und Hobbes beweisen.

Was für ein Kinder-Albtraum ist es also, wenn ein solcher Tiger auf einmal weg ist. Verschwunden. Unauffindbar. Perdu. So passiert dem elfjährigen David aus Heidelberg,  auf der Fahrt im Euro City 113 in die Landeshauptstadt. Sein großer Tiger mit schwarz-weißer Zeichnung blieb im Abteil liegen. Er wollte noch zurück, doch die Türen schlossen, der Zug rauschte ab gen Österreich. Bis zu diesem Punkt: eine kleine Fundsache für die Erwachsenen – ein großes Drama für einen kleinen Jungen.

David ließ nicht locker: Seit er fünf Jahre alt war, seien er und sein Tiger „unzertrennlich“, wie es in einem Film des SWR heißt. Mehrere Briefe hat der Junge auf eigene Faust an Fundbüros geschrieben – und einen an die „Tagesschau“ mit der Bitte um eine Suchmeldung. Und – nein: Um 20 Uhr flimmerte nicht Davids Suchanfrage über den Äther. Doch immerhin erklärte Tagesschausprecher Thorsten Schröder dem Jungen per Video aus dem Studio, warum man seiner Bitte nicht nachkommen könne. Aber man drücke ihm fest die Daumen.

Somit ist David doch seine Suchmeldung los geworden: Wer im EC 113 also eine dunkle Reisetasche samt Tiger entdeckt hat: bitte melden!

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