Land am Rand Land am Rand: Statistische Nachspielzeit

Lust am Trinken oder Frust wegtrinken. Oder beides nicht? Die Lage im Südwesten ist statistisch gesehen noch unklar.
Lust am Trinken oder Frust wegtrinken. Oder beides nicht? Die Lage im Südwesten ist statistisch gesehen noch unklar. © Foto: Sebastian Willnow/dpa
Ulm / Fabian Ziehe 04.07.2018

Fußball ist nicht alles. Ist das beruhigend! Zumal man sonst – folgt man blanker Logik  – nun nach dem frühen WM-Aus von Jogis Jungs vor dem Nichts stehen müsste. Flasche leer sozusagen. Ist aber nicht so – wir leben, wir singen, wir trinken. Womit wir bei beim eigentlichen Thema wären: Bier. Die Kollegen der Nachrichtenagentur dpa haben nun voll Sorge den Baden-Württembergischen Brauerbund angerufen und gefragt: WM kaputt, Umsatz auch?

Nee, nee, das sei nicht so. Die Sonne scheine ja weiter, und das Bier fließe in Strömen: „Der Faktor Wetter ist und bleibt der ausschlaggebende Treiber“, postuliert die Bierlobby. Wobei aber noch lang nicht feststeht, ob Freud und Frust während und nach dem Wetz zu einer Absatz-Steigerung beigetragen haben. Die gemessenen 5,6 Prozent Plus im Vergleich zum Vorjahr wurden zwischen Januar und Mai gemessen. Statistisch sind die Mexiko- und Südkorea-Spiele also noch gar nicht erfasst – und die anschließende fußballerische Depression erst recht nicht.

So wiegt uns die Agentur-Meldung nur in trügerischer Sicherheit: Der Umsatzknick für unserer Brauer könnte noch kommen – überraschend und brutal wie ein Gegentor in der Nachspielzeit. Mag ja sein, dass „allein von April bis Mai“ der Absatz von Bier-Mischgetränken gar um 26 Prozent zugelegt hat. Aber das Spiel dauert 90, das Jahr sogar 525 600 Minuten.

Zum Glück haben wir es anders als im letzten Gruppenspiel dieses Mal selber in der Hand. Darum: Prost allerseits! Und: Flasche leer.

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