Statistik Land am Rand: Stadtlärm und Landlärm

Alfred Wiedemann 11.10.2017
Das Statistikamt meldet Jahr für Jahr mehr Motorräder auf den Straßen im Südwesten. Die steigende Beleibtheit der Zweiräder ist nicht zu überhören.

Während das Auto, besonders das mit Dieselmotor, gerade schwere Zeiten durchmacht, schwingen sich immer mehr aufs Zweirad. Beliebt ist nicht nur Muskelkraftantrieb, sondern auch das Kraftrad, große Motorräder wie kleine Mopeds. Das Statistische Landesamt  meldet für 2017 einen Anstieg der Zahlen in Baden-Württemberg um 2,4 Prozent im Vergleich zu 2016.  Das klingt nicht nach viel. Heute sind aber 25 Prozent mehr Krafträder unterwegs als noch vor zehn Jahren.

Das Mehr an Motorrädern auf den Straßen ist nicht zu überhören. Zum Lärm erfährt man in der Statistik nichts. Sonst aber alles: Mit 13,7 Prozent sind Motorradbesitzerinnen deutlich unterrepräsentiert. Könnte gut sein, dass der Lärmpegel deswegen so hoch ist. 1,7 Milliarden Kilometer fahren Krafträder im Jahr auf den Südwest-Straßen – Durchfahrer und Einheimische zusammengezählt. Spitzenreiter sind die Kreise Rhein-Neckar und Ortenau mit mehr als 70 Millionen Kilometern. Ganz wenig Motorradverkehr melden Baden-Baden und Pforzheim. Kein Wunder, da gibt es weniger schöne Strecken.

Bei der Krafträderdichte liegt der Bodenseekreis mit 90 Maschinen auf je 1000 Einwohner ganz vorn, Heidelberg mit nur 30 Motorrädern auf 1000 Einwohner ganz hinten. Ruhiger ist es damit in Heidelberg nicht. Erstens verteilt sich der Lärm auf dem Land besser, zweitens kommen Motorradler zu Besuch in die Stadt. Drittens gibt es in der Stadt noch viele andere Krachmacher. Lastwagen, Autos, Laubbläser und Betrunkene, nur zum Beispiel.