Freiburg / Roland Müller  Uhr
Esperanto hatte es, historisch gesehen, nicht leicht. Jetzt startet in Freiburg ein Kongress zu der verhinderten Weltsprache. „Land am Rand“ büffelt schon mal Vokabeln.

Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit – so läuft es ja häufig im Leben. Dass die Erde nicht das Zentrum des Universums ist und man Wasser und Seife nicht einfach durch Parfüm und Puder ersetzen kann, war den Europäern nur schwer beizubringen. Von der Demokratie ganz zu schweigen, die hat’s bis heute nicht leicht. Bloß für Dinge wie Atombombe, Sklaverei und Vorsteuerabzug finden sich immer genug Leute, die das auf Anhieb dufte finden.

Auch für Esperanto ist es doof gelaufen: Die Idee der gemeinsamen, leicht erlernbaren Weltsprache war 1887 als Beitrag zur Völker-Verständigung erdacht worden. Doch statt Vokabelnbüffeln standen erst mal zwei Weltkriege und anschließend ein kalter an. „Havis peco“, würde der Esperantist wohl sagen: Pech gehabt.

Bis zum Durchbruch ist es daher noch ein Stückchen des Weges für die „Plansprache“ des polnischen Augenarztes Ludwik Lejzer Zamenhof (dessen Tod sich im April übrigens zum 100. Mal jährte). Beim Deutschen Esperanto-Kongress in Freiburg wird nun weiter gefeilt an der großen Idee von der weltumspannenden Sprache. Um nichts weniger als „Krieg und Frieden und die Medien: ,Wir sind die Guten’“ geht es laut Ankündigung bei der Tagung von „vendredo“ (Freitag) bis „lundo“ (Montag). Viel mehr Details konnten wir dem Programm leider nicht entnehmen – der Sprachbarriere wegen. Denn der Wortschatz der „Land-am-Rand“-­Redaktion reicht derzeit gerade mal für „tempo por vespermango“ (Zeit fürs Abendessen).