Glosse Land am Rand: Mit der Jugend auf Pirsch

Ulm / Alfred Wiedemann 21.07.2017
Überraschung! Die Jugend von heute ist nach einer Umfrage an Natur interessiert und am Landleben. 60 Prozent finden die Jagd ganz okay. Das freut die Waidmänner.

Die Generation Selfie ist gar nicht so. Pausenlos im Internet unterwegs, immer mit dem Handy beschäftigt und kein Gefühl mehr für die Natur? Stimmt nicht. Nach einer neuen Studie, für die 1000 Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren Auskunft gaben, finden junge Leute die Natur richtig spannend und interessieren sich für die Arbeit der Bauern und Jäger. Allerdings fehlt es an Wissen über Ackerbau, Viehzucht, Wildwirtschaft und Hege.

In Zahlen: Natur verbinden 74 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit Freiheit, 71 Prozent mit Abenteuer, 53 Prozent mit Stille und 42 Prozent mit Gesundheit. Fast 60 Prozent sehen sich von der Zerstörung der Natur bedroht und 88 Prozent ärgern sich über den sorglosen Umgang mit der Natur. 56 Prozent geben an, etwas für den Naturschutz zu tun: Mülltrennen und Müllvermeiden vor allem. Fast 25 Prozent sagen aber, ihnen sei nicht klar, was sie zum Naturschutz beitragen könnten.

Gar nicht gefühlsduselig sagen mehr als 80 Prozent Ja zum Holzfällen, „solange nicht mehr Holz entnommen wird, als nachwächst“. Und mehr als 60 Prozent geben der Jagd ihren Segen, „damit das Wild nicht zu viele Schäden in Wald und Feld anrichtet“.

Das findet der Deutsche Jagdverband cool. Gegen die Defizite beim Naturschutz-Wissen fordert er mehr Zeit in den Bildungsplänen fürs Erkunden von Wald oder Bauernhof. Ach ja, fast vergessen: Der Jagdverband ist einer der Auftraggeber der Studie. Ist doch schön, wenn man die Jugend auf seiner Seite weiß.