Land am Rand: Manne voll im Modus

Tobias Knaack 15.12.2016

Mit Bilkay Öney und Alexander Bonde hat die Landespolitik im Mai ja ihre eifrigsten Twitterer verloren. Seitdem zwitschert es im baden-württembergischen Digital-Wald deutlich weniger. Doch nun hat sich die Landesregierung entschieden, diesem multimedialen Darben ein Ende zu bereiten und hat ihren vielleicht buntesten Vogel ausfliegen lassen: Manne Lucha (Grüne). Der Weg vom Sozialminister zum sozialen Netzwerk ist ja zumindest qua Name nicht sehr weit. Lucha jedenfalls ließ die Bevölkerung gestern unter dem Hashtag #eintagmit 24 Stunden am Leben eines (Sozial-)Ministers teilhaben. Ernüchterung aber gleich zu Beginn: 6.30 Uhr, wo ist Manne? Eine halbe Stunde später: Nichts. Und die bange Frage, ob es dem Singvogel schon vor dem Morgengrauen das Stimmlein verschlagen hat. Die Sorge ist unbegründet: Um kurz vor acht geht es mit einer Guten-Morgen-Botschaft aus seinem Büro los. Wenig später steht der Exil-Bayer schon im Foyer des Landtags – kurz vor einer Rede im Parlament. Danach kurzes Periscope-Interview und auf zum Termin mit dem CDU-Abgeordneten Norbert Beck. Manne ist voll im Minister-Modus. Doch plötzlich: Funkstille. Drei Stunden lang. Manne macht Mittag, reden wir uns ein und sind froh wie selten, als wir um 14 Uhr mit bajuwarischem Zungenschlag das neudeutsche „Jour Fix“ von ihm hören. Am Nachmittag geht es um Mehrgenerationenhäuser, danach, am frühen Abend, steht der Besuch eines Politik-Seminars an der Uni Stuttgart an – und Manne ist wieder voll im Modus. Tobias Knaack