Land am Rand: Kraultraining für Vierbeiner in Mannheim

Tobias Knaack 09.09.2017

Überall in Deutschland zwitschert, schlängelt und kriecht es. Mal ganz zu schweigen vom Bellen und Miauen. Für ihre tierischen Begleiter ist den Menschen hierzulande nichts zu teuer. Im Jahr 2014 etwa gaben die Deutschen einer Studie der Uni Göttingen zufolge 9,1 Milliarden Euro für Haustiere aus. Fast die Hälfte davon – 4,5 Milliarden Euro – entfiel auf die 6,9 Millionen im Land lebenden Hunde.

Der Humorist Loriot stellte die Bedeutung des Hund-Mensch-­Verhältnisses einst trefflich fest und bedachte eine von ihm besonders geliebte Rasse mit dem Satz „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“. Vielleicht auch, um eben kein Leben ohne „den besten Freund des Menschen“ (Hunde allgemein, nicht nur der Mops) führen zu müssen, mühen sich die Deutschen nach Kräften. Neueste Ausprägung: Beim Hundeschwimmtag im Mannheimer Freibad Sandhofen „können sich die Vierbeiner in dem Nichtschwimmerbecken austoben und schwimmen“, wie die Stadt mitteilt.

Nun gibt es ja diese, fast schon loriot-eske, Beobachtung, Hund und Herrchen würden sich mitunter stark ähneln – in Verhalten, Ausdruck, Bewegung. Und in der Tat weist die Schwimmtechnik bei manch Mitbürger frappierende Analogien zu der vieler Vierbeiner auf. Doch gerade deshalb lassen wir uns angesichts unzähliger Internet-Videos schwimmender Hunde verleiten, einer weiteren dieser steilen Hundewesen-Thesen zu widersprechen. Denn in puncto Kraultechnik sind Hunde definitiv nicht die besseren Menschen.