Land am Rand: Knutschen statt Karten kaufen

Hans Georg Frank 10.02.2017

Der Valentinstag beflügelt nicht nur die Fantasie der Liebespaare. Auch Geschäftsleute erhoffen sich mehr Profit durch allerlei Aktionen rund um den 14. Februar. Um die Klientel zu locken, lassen sich die Händler Süßes und Nettes einfallen, meist in Rosarot und Herzform.

Den kommerziellen Liebestaumel mag jener Landesbetrieb, der sich um die Vermarktung der Schlösser und Gärten kümmert, nicht allein den Geschäften mit Praline, Parfüm, Perlenkettchen überlassen. In fünf Palästen bekommen Liebende freien Eintritt, wenn sie ihre Zuneigung an der Kasse durch einen Kuss beweisen. In Ludwigsburg, Heidelberg, Mannheim, Schwetzingen und auf der Solitude erspart Knutschen den Kartenkauf.

Das Personal muss für den PR-Gag nicht geschult werden. Denn, verriet ein Sprecher, es sei völlig egal, wie innig sich das Par zeige. Ob flüchtige Berührung der gespitzten Lippen, ob lauter Schmatzer, ob leidenschaftlicher Zungenkuss – alles zählt. Auch von einer Beschränkung auf einen bestimmten Geschlechtermix ist nichts zu finden. Man dürfe küssen, wen und wie man wolle, sagt der Experte. Um möglichst vielen Liebenden freien Zugang zu Prunkräumen zu ermöglichen, wurde die „Aktion Amor“ auf die ganze nächste Woche ausgedehnt. Damit macht sich Liebe bezahlt. Für eines der Tickets müssten sonst bis zu neun Euro berappt werden.