Glosse Land am Rand: Ich sehe was, was Kuh nicht sieht

Über die Riech-Fähigkeiten hat uns das landwirtschaftliche Zentrum nichts erzählt. In Sachen Augen bleiben aber keine Fragen offen.
Über die Riech-Fähigkeiten hat uns das landwirtschaftliche Zentrum nichts erzählt. In Sachen Augen bleiben aber keine Fragen offen. © Foto: dpa
Petra Walheim 10.01.2018
Wie sieht und hört eine Kuh? Auf diese Frage, die sich so mancher Bauer stellt, gibt ein Experte Antworten. Vorab gesagt: Kühe sind kurzsichtig und rotblind.

Das Tierwohl ist ein großes Thema.  Nicht ganz uneigennützig versuchen Landwirte, es ihren Viechern schön zu machen. Damit das gelingt, müssen sie aber erst mal wissen, was das Tier zum Wohlfühlen braucht. Zum Beispiel die Kuh. Braucht sie einen muggelig warmen Stall oder besser frische Luft? Einen weichen Boden, der Beine und Hufe schont; und was für Licht soll den Stall erhellen? Welche Geräusche sind für das Tier angenehm?

Antworten auf die Fragen gibt Agraringenieur Tobias Fink vom Landwirtschaftlichen Zentrum in Aulendorf seinem Publikum am Bodensee. In Vorträgen erklärt er Landwirten und anderen Interessierten, wie die Kuh tickt. Vorab sei gesagt, die Kuh hört deutlich besser als der Mensch und sieht genauso schlecht wie Kurzsichtige. Die Kuh gleicht das damit aus, dass sie Bewegungen – auch in der Ferne und unscharf – sehr gut wahrnimmt. Im Stall spielt das weiter keine Rolle. Auf der Weide ist sie weg, wenn sich ein Zaungast nähert. Die Farbe Rot sieht das Rind gar nicht. Wenn der Torero das rote Tuch schwingt, macht den Stier nicht die Farbe wild, sondern das Gewedel. Blau und Grün sieht die Kuh am besten.

Das könnte Ansatz sein für Wohlfühl-Atmosphäre. Es ist erwiesen, dass Kühe in einer weiß-blauen Licht-Dusche gut fressen, saufen und etwas mehr Milch geben. Dann noch klassische Musik dazu, und die Kuh gibt Super-Milch. Mal sehen, wann Milchtüten auftauchen mit der Aufschrift: von licht-geduschten und musik-beseelten Kühen.