Glosse Land am Rand: E-Mobile Politessen

Mannheim / Alfred Wiedemann 04.01.2018
Wer fährt an der Spitze des Fortschritts? Die Mannheimer Verkehrsüberwacher. Ausgerechnet. Jetzt heißt es: null Lärm, null Abgase beim Strafzettelverteilen.

So sieht der automobile Fortschritt aus: Acht Elektroautos gehören jetzt zum städtischen Fuhrpark in Mannheim. Ohne Krach und Abgase sind die Wagen unterwegs. Zur Freude nicht nur des Ersten Bürgermeisters Christian Specht. „So leisten wir einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz und der Luftreinhaltung in unserer Stadt und damit gleichzeitig zu unserem Masterplan ‚Green City‘“, wird er in einer Mitteilung zitiert.  Nach den E-Bikes, die 2016 und 2017 angeschafft wurden, rollt Mannheim weiter Richtung E-Mobilität.

Das ist schön. Aber warum gibt es die tollen Dienstwagen ausgerechnet für den Fachbereich Sicherheit und Ordnung?  Also für den allgemeinden Ordnungsdienst – und die Verkehrs­überwachung. Eine Mobilitätsoffensive zum Strafzettelverteilen. Ausgerechnet. Als Autofahrer im Dauer-Parkplatz-­

such­modus hätte man schicke neuen E-Wagen anderen Stadtmitarbeitern viel eher gegönnt. Wie wäre es beispielsweise mit E-Lastwagen für die Müllabfuhr? Da wäre die Truppe auch gleich viel leiser. Obwohl: Solange die Mülltonnen nicht elektrisch sind, bleibt es beim Geklappere.

Der Fachbereich Sicherheit und Ordnung in Mannheim will jedenfalls noch mehr E-Autos leasen. Ausnahme sind aber die städtischen Blitzerautos. Die Fahrzeuge zur Überwachung des fließenden Verkehrs werden nicht ausgemustert. Wegen der Standheizung. Im Auto soll es ja kuschelig warm bleiben, wenn man auf der Lauer liegt. Das machen Batterien nicht lange mit.

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