Glosse Land am Rand: Dönerverbot für die Stuttgarter Stadtgänse

Stuttgart / Alfred Wiedemann 17.03.2017

Vorbei mit der Fettleber  unter den Stuttgarter Stadtgänsen: Nach Tauben, Enten und Schwänen fallen  jetzt auch sie unter das Fütterungsverbot in der Landeshauptstadt. Eine neue Verordnung legt das fest. Das alte Verbot, schon 20 Jahre alt, hatte Gänse noch geschont. Wahrscheinlich hatten Ganter, Gans und Gössel damals das Stadtleben noch nicht für sich entdeckt. Heute tummeln sich 250 Graugänse im Stuttgarter Grün. Ihnen gefällt es ganz gut, abgesehen von der Belästigung durch Füchse, Hunde und Radfahrer. Die Wildgänse pendeln zwischen Brutstellen am Max-Eyth-See und Futterfassen im Schlossgarten.  Jetzt drohen 35 Euro Strafe, wenn man beim Füttern erwischt wird. Mal sehen, ob der Bann wirkt. Echte Tierfreude, sagt das Rathaus, werfen ihr altes Brot nicht in den Park. Die Vögel würden so nur überfüttert und krank. Die Extra-Rationen führten zu starker Vermehrung, was das ökologische Gleichgewicht störe. Kot auf Wegen und Wiesen ist ebenfalls eine Folge. Das alte Brot muss ja wieder raus.

Wenn es nur Brot wäre: Sogar halbaufgegessene Döner werden verfüttert, beobachtet das Ordnungsamt. Da hat so ein Wasservogel schnell eine Fettleber weg. Schöne Tierfreunde sind das: Quälen die Wildgänse wie die Franzosen ihre Stopfleber-Gänse. Gut gemästet, das sollten Gänsefütterer auch bedenken, fliegt sich nicht gut. Und am 1. September ist die Schonzeit für Graugänse vorbei. Jäger haben dann leichtes Spiel mit lahmen Schlossgarten-Gänsen, sollten die Tiere einen Ausflug aus dem Park in die Wildnis wagen.