Land am Rand: Die Sieger räumen ab

Roland Müller 14.12.2016

Die Grünen können sich freuen: Die Landespartei und ihre Agentur Wigwam haben für ihre Kampagne zur Landtagswahl im März den renommierten „Politik-Award“ bekommen. Kampagne? Die bestand fast nur aus Winfried Kretschmann. Im Video zum Beispiel, der Ministerpräsident im Blaumann beim akkuraten Holzarbeiten. So bodenständig, man konnte glatt vergessen, dass die Wiederwahl eines Grünen anstand. Immerhin klebten sie einst lieber Parolen statt Personen, Köpfe sollten nicht vom Inhalt ablenken. Oder sie versuchten das Rotationsprinzip gegen Personenkult. Lang ist’s her. Nun gilt: Keine Experimente. Kretschmann schaffte nicht nur die Wiederwahl, er stürzte die Südwest-CDU auf  Platz zwei. So eine Leistung hat den Politik-Award verdient. Oder, wie Grünen-Landeschef Oliver Hildenbrand sagt: „Wahl gewonnen, Award gewonnen.“

Stimmt. Aber wissen die Grünen auch, wen sie ausgestochen haben? In der Endausscheidung in der Sparte „Politische Kampagne“ standen mit der Kretsche-Werbung zum Beispiel der SPD-Unterbezirk Kassel-Land und die FDP, letztere mit ihrem Wahlkampf zum Berliner Abgeordnetenhaus. Sieger in der Sparte „Corporate Kampagne“ wurde Transgourmet Deutschland mit einer Aktion zur Seniorenverpflegung, „vom Kostenfaktor zum Glücksfaktor“ das Motto. In der Sparte „Events“ siegte die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU, beim Nachwuchs die Junge Union. Wenn das die Fundis wüssten, wo sich die Grünen tummeln!
Alfred Wiedemann