Land am Rand Land am Rand: Die Liebe und der Landarzt

Werben um Stethoskop-Träger mit Lust auf Ländliches: Baden-Württemberg plant eine Veranstaltungsreihe für Ärzte und Medizinstudenten.
Werben um Stethoskop-Träger mit Lust auf Ländliches: Baden-Württemberg plant eine Veranstaltungsreihe für Ärzte und Medizinstudenten. © Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Stuttgart / Fabian Ziehe 03.05.2018

Anfang der 90er war die Welt noch einfach – zumindest denkbar einfach wieder ins Lot zu bringen. Ärztemangel auf dem Land? Da brauchte man doch nur einen jungen Mediziner in einen Porsche 356 Speedster stecken und ihn am ländlichen Zielort in einen Gartenzaun rasen lassen. Prompt kümmerte sich der verunfallte „Doc Hollywood“ nicht mehr um plastische Korrekturen an Städtern, sondern um die Herzinfarkte und Spontan-Geburten der Landeier.

Okay, das alles war auch in den 90ern nur blanke Hollywood-Phantasie. Aber die zog! Daran scheinen sich die Ministerien für Soziales und Ländlichen Raum in Stuttgart erinnert zu haben. Diese wollen die Vorzüge des Lebens als Landarzt nun anpreisen – nicht per Kinofilm, sondern per Veranstaltungsreihe für Ärzte und Medizinstudenten. Von 2018 bis 2020 sind vier Events geplant, zusammen mit Hausärzteverband und Kommunalverbänden.

Inhaltlich sind die Nähen zum Film mit Michael J. Fox eindeutig: Bei Vor-Ort-Besuchen und Workshops wird gezeigt, wie toll Teamarbeit, flexible Arbeitsmodelle und Work-Life-Balance auf dem Land sind. Das hatte seinerzeit auch „Doc Hollywood“ überzeugt. Wobei er das Landleben letztlich gerade deshalb wählte, weil er dort seine große Liebe fand.

„Land am Rand“, schon vom Namen her Fachmann für alles Ländliche, schlägt deshalb nun den Machern einen leicht veränderten Titel für die Veranstaltungsreihe vor: Statt „Land Arzt Leben Lieben“ zieht  „Land Arzt Liebesleben“ gewiss besser. Nur so als Vorschlag ...