Land am Rand Land am Rand: Aschekreuz zum Mitnehmen

Freiburg / rei 14.02.2018
In Freiburg bietet ein Pater am Aschermittwoch zu Beginn der Fastenzeit ein Aschekreuz „to go“ an.

Mit Trippelschritten wagt sich die Kirche dieser Tage ran an die Lebenswirklichkeit der Smartphone-süchtigen und abgehetzten Menschen von heute. Die Evangelische Kirche etwa entwickelt eine Gesangbuch-App, die zum Advent veröffentlicht werden soll. Und die katholische Kirche in Freiburg übt sich nun in der Großstadt-Hektik. Ist Coffee „to go“ trotz Müllproblems schon längst Standard, lässt das Aschekreuz „to go“ dann doch aufhorchen.

Die Idee dazu hatte Dominikanerpater Thomas Borgl, der damit auch die termingetriebenen Städter in den Genuss des Rituals bringen will. Ganz im Sinne der „Mal-so-im-Vorbeigehen-Mentalität“ zeichnet er am Aschermittwoch vor dem Kirchenportal am Rathausplatz Aschekreuze auf die Häupter all derjenigen, die zu Beginn der Fastenzeit keine Zeit für den Gottesdienst haben. Und ein Extra gibt es noch dazu: Der Pater führt nicht nur das Ritual durch, sondern spricht auch ein kleines Gebet und einen persönlichen Segen. Das Ritual soll Gläubige an die eigene Sterblichkeit erinnern und durch das schnelle Kreuz „to go“ gewinne es sogar noch an Gewicht, betont Pater Borgl. Weil man sich auf das Wesentliche konzentriere.

Damit nicht genug: Für den Geistlichen sind noch weitere Riten „to go“ denkbar. Kommt nun der Drive-in zur heiligen Kommunion, bei der der Leib Christi durchs Autofenster gereicht wird wie die Tüte fettiger Pommes? Oder die schnelle Taufe im Freibad-Planschbecken mit anschließender Wasserschlacht? In den Zeitgeist würd’s passen.

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