Stuttgart Kultusministerin lehnt zusätzliche neunjährige Gymnasien ab

„G9“ steht in einem Gymnasium an einer Tafel. Foto: Armin Weigel/Archiv
„G9“ steht in einem Gymnasium an einer Tafel. Foto: Armin Weigel/Archiv © Foto: Armin Weigel
Stuttgart / DPA 06.06.2018

Die baden-württembergische Landesregierung lehnt zusätzliche neunjährige Gymnasien weiter strikt ab. „Es gibt keine Stimmung gegen G8“, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Mittwoch im Landtag mit Blick auf den achtjährigen Weg zum Abitur, der in Baden-Württemberg die Regel an allgemeinbildenden Gymnasien ist. Die Übergangsquoten von Grundschulen zu G8-Gymnasien seien hoch, was für die Attraktivität der Schulart spreche.

Die AfD-Fraktion hatte die Debatte beantragt und sich für die Rückkehr zu G9 ausgesprochen. Schüler bräuchten mehr Zeit für die Vertiefung von Lerninhalten und mehr Freizeit, um Leistungssport zu betreiben oder ein Instrument zu lernen, sagte der AfD-Abgeordnete Rainer Balzer. Die übrigen Oppositionsparteien SPD und FDP sehen G8 zwar kritisch, sprachen sich aber nicht für die Abschaffung aus. „Empfundene Defizite bei G8 könnte man in den Griff bekommen, wenn der Lehrerabbau gestoppt wird“, sagte SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei. Die FDP würde gerne jedem Gymnasium die Entscheidung überlassen, ob es neben G8 auch einen G9-Zug anbietet.

Die Kultusministerin betonte erneut, Schüler könnten flächendeckend auch den neujährigen Weg zum Abitur wählen - etwa über Real- oder Gemeinschaftsschulen und anschließend die beruflichen Gymnasien. „Nicht die Schulstruktur entscheidet über Qualität der Bildung, sondern was im Klassenzimmer passiert“, sagte Sylvia Felder (CDU). Die Regierung habe das Ziel, G8 weiter zu verbessern, etwa durch bessere Lehrerfortbildungen, betonte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Sandra Boser. 44 Modellgymnasien bieten derzeit G9 im Rahmen eines Schulversuchs an, der bis 2024/25 läuft.

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