S 21 Flughafen Stuttgart: Kritik an Bahn-Plänen

Am Stuttgarter Flughafen sollen nach Plänen der Bahn keine ICE und nur drei Mal am Tag IC halten. Dagegen regt sich Protest auch von Politikern.
Am Stuttgarter Flughafen sollen nach Plänen der Bahn keine ICE und nur drei Mal am Tag IC halten. Dagegen regt sich Protest auch von Politikern. © Foto: dpa
Stuttgart / Von Roland Muschel 08.01.2018

Die Landesregierung lehnt Überlegungen zu einer abgespeckten Anbindung des geplanten S-21-Flughafenbahnhofs mit der Neubaustrecke Richtung Ulm/München ab. Sein Ministerium habe der Bahn gegenüber „klar und deutlich erklärt, dass es die Pläne nicht akzeptiert“, verkündete Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) auf der Online-Plattform Twitter. „Wir erwarten von der Bahn, dass die Anbindung des Flughafens an den Fernverkehr auf der Neubaustrecke im Zwei-Stunden-Takt erfolgt. Alles andere wäre ein Schildbürgerstreich“, sagte die Vize-Chefin der CDU-Fraktion, Nicole Razavi, der SÜDWEST PRESSE.

Zuvor hatte die DB Fernverkehr gegenüber dem Land erklärt, dass es zwischen Filderbahnhof und Ulm/München voraussichtlich nur drei Fernverkehrsanbindungen je Tag und Richtung geben werde. Der dem „Stresstest“ zu Stuttgart 21 von 2011 unterstellte Fahrplan habe dagegen einen ganztägigen Zwei-Stunden-Takt einer IC-Linie Richtung München mit Halt am Flughafen vorgesehen, heißt es in einer Antwort Hermanns auf eine Anfrage des SPD-Verkehrsexperten Martin Rivoir. „Wir erwarten von der Deutschen Bahn, dass sie ihre gemachten Zusagen einhält und den neuen Flughafenbahnhof zu einer wirklichen Verkehrsdrehscheibe zwischen Fern- und Regionalverkehr, Bussen und Bahnen sowie Flugzeug und Auto entwickelt“, sagte Rivoir. Ähnlich äußerte sich Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz: „Drei IC-Züge am Tag reichen nicht.“ Mindestens alle zwei Stunden müsse auf der Strecke ein IC am Flughafenbahnhof halten. „So war es im Stresstest unterstellt und zur Volksabstimmung versprochen.“

Kritiker des S-21-Projekts sehen sich bestätigt. „Die Flughafenanbindung ist von den S-21-Befürwortern maßlos überhöht worden und hat das Projekt fehlgeleitet. Murks bleibt Murks“, sagte der Tübinger OB Boris Palmer (Grüne), der in der Schlichtung die S-21-Gegner vertreten hat, dieser Zeitung.

In der Region rund um Ulm gab es heftige Kritik an den Plänen der Bahn.

Lesen Sie hier einen Kommentar unseres Redakteurs Roland Muschel zu den Bahn-Plänen am Filderbahnhof.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel