Die Stuttgarter Regierungspolitik ins Land tragen: Das ist das Ziel einer neuen Veranstaltungsreihe der baden-württembergischen Grünen, die gestern Abend in Ulm Premiere hatte. Den Auftakt machte Ministerpräsident Winfried Kretschmann persönlich. Vor gut 350 Zuhörern in der Donauhalle erläuterte er eineinhalb Jahre nach dem Start der grün-roten Landesregierungen die Grundzüge seiner Politik.

Schwerpunkte der einstündigen Rede waren die Energiewende, die Bildungspolitik sowie der von ihm propagierte "neue Politikstil". Zur verlorenen Volksabstimmung um Stuttgart 21 sagte der Ministerpräsident, sie sei für ihn persönlich eine Niederlage gewesen. "Aber für die Demokratie wars gut." Der "Kollateralnutzen" für die Republik sei, dass man in Zukunft anders an große Bauvorhaben herangehen werde.

Bei der Energiewende warf er dem Bund vor, "schwer in Verzug" zu sein. Baden-Württemberg dürfe alternative Energien nicht nur aus dem Norden importieren, sondern müsse auch selber welche erzeugen. "Windparks werden unsere Landschaft verändern, diesen Preis müssen wir zahlen." Kretschmann verteidigte angesichts künftig drastisch zurückgehender Schüler die langfristige Streichung von 11 600 Lehrerstellen. "Entscheidend ist nicht das zahlenmäßige Lehrer-Schüler-Verhältnis, sondern ob unsere Kinder schlauer werden. Dafür tun wir einiges."