Zagreb Kretschmann: Kroaten sollen Brücke zu Heimatland bilden

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Foto: Sina Schuldt/Archiv
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Foto: Sina Schuldt/Archiv © Foto: Sina Schuldt
Zagreb / DPA 19.04.2018

Die rund 120 000 Kroaten in Baden-Württemberg sollen eine Brücke zwischen ihrem Heimatland und dem Südwesten schlagen. Darauf haben sich Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kroatiens Regierungschef Andrej Plenkovic am Donnerstag bei einem Gespräch in Zagreb verständigt.

Besonders zu schätzen wisse man die finanzielle Unterstützung des Bundeslandes für den Sprachunterricht der aus Kroatien stammenden Kinder, hieß es von kroatischer Seite nach dem Treffen hinter verschlossenen Türen. Kretschmann kam am vorletzten Tag seiner Balkantour auch mit der kroatischen Wirtschaftsministerin Martina Dalic und Außenministerin Marija Pejcinovic-Buric zusammen.

Der Handel zwischen Baden-Württemberg und Kroatien hatte im vergangenen Jahr ein Volumen von eine Milliarde Euro. „Wir wünschen als Resultat dieses Besuches, dass von unseren Unternehmen mittlerer Größe einige hier nach Kroatien kommen“, sagte Kretschmann der Zagreber Fachzeitung „Poslovni dnevnik“. Der Regierungschef wurde begleitet von zahlreichen Unternehmern, die neue Kontakte auf dem Balkan knüpfen wollten. Vor Kroatien hatte die Delegation den Markt im benachbarten Serbien erkundet.

Die kroatische Seite zeigte sich bei den Gesprächen besonders interessiert an Investitionen deutscher Firmen, deren Produkte wieder exportiert werden, hieß es weiter. Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland im Allgemeinen und Baden-Württemberg im Besonderen wurden bei den Treffen in Zagreb als ausgezeichnet beschrieben. Zeichen dafür sei die „Gemischte Kommission“ von Baden-Württemberg und Kroatien, die zuletzt vor einem Jahr getagt hatte. Neben der Wirtschaft liegen dort die Schwerpunkte auch auf den Bereichen Kultur, Bildung, Energie und Umwelt, hieß es.

Kretschmann besichtigte in Zagreb auch das Auto-Start-up „Rimac“. Das kleine Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren wiederholt mit elektrobetriebenen Sportwagen auf sich aufmerksam gemacht.

Zum Abschluss seiner fünftägigen Balkanreise besucht Kretschmann am Freitag Bosnien-Herzegowina. Das Balkanland mit nur 3,5 Millionen Einwohnern steckt seit vielen Jahren wegen des Streits zwischen muslimischen Bosniern (die Hälfte der Bevölkerung), orthodoxen Serben (ein Drittel) und katholischen Kroaten (15 Prozent) in der Selbstblockade. Wie auch aus Kroatien wandern seit Jahren enttäuschte Menschen massenhaft aus - vorzugsweise nach Deutschland.

Webseite von Rimac, Englisch

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